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Aus dem Nachlass von Ludwig Finckh

Künstler zu Füßen des Atlasgebirges

Reutlingen. Für das wohlhabendere Bürgertum wie auch in Künstlerkreisen war Nordafrika schon vor dem Ersten Weltkrieg ein häufiger gewähltes Reiseziel. Jedenfalls galt die Herstellung entsprechender Postkarten offensichtlich damals bereits als ein lukratives Geschäft.

23.04.2011
  • Stadtarchiv Reutlingen

Im Nachlass des aus Reutlingen stammenden Schriftstellers Ludwig Finckh (1876–1964) finden sich gleich mehrere Exemplare entsprechender Souvenirs aus Biskra, einer Oase in der Sahara im heutigen Algerien, das zu Beginn des letzten Jahrhunderts eine Kolonie Frankreichs war.

Finckh hatte die Oasenstadt bereits 1904 bei einem Genesungsurlaub, der ihn nach Korsika und Afrika geführt hatte, für sich entdeckt. Seine literarisch verarbeiteten Reiseerlebnisse erschienen 1905 in Buchform („Biskra“).

Manch ein Leser trat in den Folgejahren in Finckhs Fußstapfen im Wüstensand. Im Februar und März 1914 war es der Maler und Zeichner Karl Stirner (1882–1943) , der – wie schon angedeutet – Finckh gleich mit mehreren postalischen Grüßen von dort bedachte.

Das hier ausgewählte Motiv der nun fast schon ein Jahrhundert alten und mit einer Briefmarke der „République Française“ frankierten Postkarte zeigt den Markt von Biskra („Marché de Biskra“).

Noch im selben Jahr sollte der Erste Weltkrieg entsprechenden Reisen ein Ende bereiten. 1913 hatte sich übrigens der Komponist Béla Bartók in die Oasenstadt begeben, um dort Volkslieder von Nomaden zu sammeln. Bekannt ist auch die Tunis- bzw. Tunesienreise der Expressionisten Paul Klee und August Macke 1914.

Die schriftliche Hinterlassenschaft von Ludwig Finckh mit einem Umfang von rund 25 Regalmetern bildet einen der großen Nachlassbestände im Stadtarchiv Reutlingen.

Künstler zu Füßen des Atlasgebirges
Der Maler und Zeichner Karl Stirner (1882–1943) schickte dem Schriftsteller Ludwig Finckh 1914 diese Karte mit dem Markt von Biskra („Marché de Biskra“).

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23.04.2011, 12:00 Uhr

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