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Gefährten im Raum für Kunst

Künstlerpaar Sabina Hunger und Felix Sommer stellen im Stubenschen Schlösschen aus

Obwohl Sabina Hunger und Felix Sommer unabhängig und räumlich getrennt voneinander Arbeiten, findet der Betrachter immer wieder ähnliche Motive in seinen Bildern und ihren Plastiken. Unter dem Titel „auf (in) kleinem Raum“ stellen die beiden ihre Werke im Stubenschen Schlösschen aus. Die Eröffnung ist am 12. November.

10.11.2015
  • Sara Vogt

Horb. „Wir arbeiten nicht zusammen, so wie der Verhüllungskünstler Christo und seine Frau“, sagt Felix Sommer. Er sitzt auf einem Stuhl, die Beine übereinandergeschlagen. Seine Lebensgefährtin sitzt schräg gegenüber neben einer ihrer Plastik. Sie lächelt. „Trotzdem“, betont der Künstler, „ist es höchst erstaunlich und verwunderlich, welche Parallelen in unseren Arbeiten auftauchen.“

Sabina Hunger verwendet hauptsächlich Keramik und Glas für ihre Skulpturen und Plastiken. Ihr Lebensgefährte Felix Sommer benutzt für seine Bilder Tusche, Acrylfarbe und Radiernadel. Die beiden Künstler aus Sindelfingen arbeiten unabhängig voneinander. Obwohl ihre Ateliers nur ein paar Meter voneinander entfernt sind, zeigen sie sich ihre Werke erst, nachdem diese fertiggestellt sind. Die Parallelen würden sie immer wieder verblüffen.

Felix Sommer hat an der Stuttgarter Kunstakademie studiert. „Ich komme von der Illustration und bin ausgebildeter Graphiker“, erzählt Sommer. Daher arbeitet er oft mit kleinen Formaten. „Auf (in) kleinem raum“, der Titel der Ausstellung, spielt gerade darauf an. In seinen Arbeiten inszeniert er Szenen aus der Mozarts Zauberflöte und Homers Odyssee neu, oder erzählt eigene Geschichten wie in den Bildern mit dem Titel „Glückssuche.“ Heimatlos, Seiltänzer, Abstürzende, Fahrende. Das sind einige Stichwörter, die er in Verbindung zu seinen Bildern nennt. „Manche Figuren drehen sich aus dem Zentrum, oder manche schleppen Wurzeln mit sich rum.“ Eine politische Ebene haben seine Bilder aber nicht, unterstreicht der 63-Jährige. Eher eine soziale und „jüngst kulturelle Ebene“. Die gelernte Keramikerin hat sich die Kunst autodidaktisch angeeignet. „Ich arbeite nicht inhaltlich, eher spontan“, sagt sie. „Mein Thema entsteht im Tun.“ Auch in ihren Skulpturen findet sich das Thema Reisen, Fortbewegung und die Doppeldeutigkeit in dem Ausdruck „Gefährten“ wieder.

„Sie geht von einem Extrem ins andere“, sagt Sommer über die Arbeit seiner Partnerin. Ihre Werke seien sehr groß oder sehr klein. Hunger hat auch schon Kirchenfenster gestaltet. Im Hof des Stubenschen Schlösschens stehen zwei größere Skulpturen von der 57-Jährigen. In ihren Plastiken verwendet sie gerne Scherbenreste aus ihren größeren Projekten oder Sachen, die ihr auf ihren Wegen begegnen. Die Krone der „Gefährtin“ besteht aus dem Fuß einer alten Kristallschale. Auch ein Teil eines Scheinwerfers ist in der Plastik verbaut.

Die Idee, Scherben für ihre Kunstwerke zu verwenden, entstand in der Silvesternacht zur Jahrtausendwende. „Wir waren in Venedig“, erzählt Hunger. Sommer übernimmt und berichtet vom Silvesterabend: In einer Lagune unter eine Anlegestelle für Wasserbusse entdeckten die beiden verschiedene Glasscherben, die im Wasser schimmerten. „Dann meinte sie, sie müsste unter der Vaporetto-Station die Scherben einsammeln“, erzählt er neckisch aber auch liebevoll. „Sie kroch da unten rum und fischte alles raus. Ich musste dann eine Plastiktüte organisieren.“ Sabina Hunger lächelt und erzählt weiter: „Ich hatte einen langen Mantel an, kroch durchs Wasser und er hat sich geniert. Mit den Händen auf dem Rücken stand er oben und hat so getan, als ob er nicht dazu gehört“. Nachdem sie alles Glitzernde und Schimmernde eingesammelt hatte, trugen sie es in ihre Ferienwohnung. „Das Glas hat nach Fisch gerochen und war total verölt“, kommentiert Felix Sommer den Inhalt der Badewanne in der Silvesternacht zur Jahrtausendwende. „Wir sind manchmal schon sehr unterschiedlich“, sagt sie.

Info Die Eröffnung der Austellung „auf (in) kleinem raum“ ist am Donnerstag, 12. November, ab 19 Uhr im Stubenschen Schlösschen.

Künstlerpaar Sabina Hunger und Felix Sommer stellen im Stubenschen Schlösschen aus
Sabina Hunger und Felix Sommer sind mit ihrer Kunst im Stubenschen Schlösschen. Die Ausstellungseröffnung ist am 12. November. Bild: sav

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10.11.2015, 12:00 Uhr

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