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Stuttgart 21

Kürzungswahn

Immerhin soll ja auf Drängen der Grünen der Bauzaun von Stuttgart 21 als Kulturdenkmal archiviert werden. Aber das ist Stuttgart und nicht Tübingen. Hier soll Kultur massiv eingedampft werden – infolge der Wirtschaftskrise, der man ohnmächtig gegenübersteht.

30.09.2010

Vergessen die Boni der professionellen Geldvernichter, die heuer mal wieder eine Millionenspritze brauchen um ihre Arbeitsstelle zu sanieren. Vergessen der Ursprung des Finanzdesasters. Vergessen die Verantwortlichen, zu unnahbar. Stattdessen der Kürzungswahn, möglichst dort, wo niemand schreit. Die Kultur ist dafür allemal gut, getreu dem Motto “Erst das Fressen, dann die Moral“, wird sie zusammengestrichen auf Event-Happening mit Verköstigungs- und Einkaufsmöglichkeiten.

Sollte das blaue Rathaus ernst machen mit einer auch nur zehnprozentigen Kürzung im Kulturbereich, überleben viele kleine kulturelle Institutionen nicht mehr, die kontinuierliche Arbeit leisten, vielleicht nur halbjährig ein Programm zur Aufführung bringen, aber eben dadurch zur kulturellen Vielfalt der Stadt Tübingen ein erhebliches Maß beitragen; und im Wesentlichen auf ehrenamtlicher Basis. Ein soziales Gemeinwesen definiert und erhält sich nicht über genügend Einkaufsmöglichkeiten sondern über kulturelle Identität – diese gilt es zu erhalten und auszubauen, auch und vor allem in mageren Zeiten. Vorauseilender Gehorsam im blauen Rathaus ist Tübingen nicht dienlich – im Gegenteil, wir alle wissen, wohin das führt.

Achim Braun, Tübingen

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Erstellt:
30. September 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
30. September 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. September 2010, 12:00 Uhr

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