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Meditative Blicke, politische Reflexionen

Kulturhalle zeigt noch eine Woche Bilder der Neu-Tübingerin Beatrix Giebel

Das Ausstellungsplakat mit dem Hund wird beim Kulturamt dauernd nachgefragt. Das nur nebenbei. „Standortwechsel“ heißt die Ausstellung von Beatrix Giebel – und das hat seine Bewandtnis darin, dass die Künstlerin ihren Wohnort von Fellbach nach Tübingen verlegt hat.

02.08.2014
  • pme

Tübingen. Das wird allmählich eine Epidemie, vieles kommt derzeit aus Fellbach, eine OB-Kandidatin, über Melchinger Umwege auch das Tübinger Sommertheater. Aber während sich letzteres dieser Tage verabschiedet und erstere vielleicht nicht gewählt wird, hat Beatrix Giebel alle Chancen, sich mit ihren Ölbildern in der lokalen Kunstszene zu etablieren. Studiert hat die 1961 in Stuttgart geborene Künstlerin unter anderem ebendort bei Erich Mansen.

Am stärksten wirken ihre stillen, leeren, oder nur mit einem Fenster, einer Person, einem Schemel versehenen Interieurs. wobei die zahlreichen, (aus der Perspektive des Realismus:) zusammenhanglosen Guckfenster im Bild ein zentrales und wirkungsvolles Stilelement bilden.Eine zweite Ebene, sozusagen ein ästhetischer Standortwechsel, Zusatz-Assoziation, Kommentar, Sehnsuchtsausblick, figurative oder gegenständliche Note in abstrakter Farbmalerei – wo es sich um eine solche handelt. Oft sind es aber auch Interieurs, räumliche Stillleben, deren stark atmosphärische, meditative, melancholische Wirkung Giebel bisweilen mit politischen Inhalten konfrontiert. Wobei eine durch den Bildtitel zur „Emigrantin“ gemachte Frau auch schlicht ein älterer Mensch sein kann, der allmählich aus dem Leben emigriert.

Oft thematisiert sie das Thema Flucht, sei es das der Boatpeople oder von drei sich an Land dahinschleppenden Gestalten – während hier der andere Teil des Diptychons einen Baum mit Schlagschatten in schöner Natur zeigt. Aus Baum und Schlagschatten lässt sich übrigens leicht das Wort Schlagbaum bilden. Haben wir hier womöglich sowohl das Symbol einer Grenze wie den Stellvertreter freier Natur im Bild?

Info: Beatrix Giebel, „Standortwechsel“, Kulturhalle, Nonnengasse 19, noch bis 9. August, Di-Fr 15–18 Uhr, Sa 11–14 Uhr.

Kulturhalle zeigt noch eine Woche Bilder der Neu-Tübingerin Beatrix Giebel
„Warten / Mittagssonnenglast“ heißt dieses Bild. Was uns vor allem freut: Hier wird noch Zeitung gelesen (und hier trägt man noch Hut). Bild: Sommer

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02.08.2014, 12:00 Uhr

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