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Kreisverkehre im Kreis

Kunst im öffentlichen Raum zum Nulltarif

Kunst und Kreisverkehr – geht das zusammen? Und wie! Im Ländle gibt es allerlei Beispiele: In Aalen (Werner Pokonys „Haus 1“) wie in Binzen (Reinhard Bombschs „Dreispitz“), und in der badischen Steffi-Graf-Stadt Brühl gleich drei Kreisel, die alle von Kurt Fleckenstein gestaltet wurden.

25.08.2010
  • Wilhelm Triebold

In Dewangen ein Rondell mit bunten Luftballons im Stile von Nuki de St. Phalle; in Ellwangen und Fellbach (dort immerhin von Karl Ulrich Nuss); in Gärtringen (von Hellmut Erath) und in Göppingen (Stefan Rohrer mächtiger „Strudel“); in Herrenberg Richtung Horb (Lutz Ackermanns „Wegzeichen“), in Heubach (Andreas Futters „Zuversicht“). In Schorndorf Gerda Biers unübersehbare Stahlplastik „Tor/Weg“, außerdem Erich Hausers stolze 18 Meter hohe Skulptur am Stuttgarter Kernerplatz-Kreisel, oder die noch höhere „Große Stele“ von Heinz Mack auf dem Rondell vorm Untertürkheimer Mercedes-Museum, imposant auch Volker Haases „Große Berührung, schwingend“ in Wiesloch.

114 Kunst-Kreisel allein in Baden-Württemberg listet eine sehr verdienstvolle private Homepage (www.kunstimkreisverkehr.de) auf. Zum Vergleich: Im gesamten Restdeutschland sind lediglich 41 weitere Kreisel erfasst, die durch Kunst im öffentlichen Raum verschönert wurden. Man darf also mit Fug und Recht behaupten, dass Baden-Württemberg die unangefochtene Hochburg des Kunst-Kreisels ist. Leider fehlt in der Aufzählung nicht nur das mobile-hafte „Hölderlin im Kreisverkehr“, das der umstrittene Künstler Peter Lenk in Lauffen am Neckar auf ein Rund gestellt hat, sondern auch das Tübinger Exempel, das in Derendingen zu finden ist.

Voila, hier ist er: Der rote Kubus von Jürgen Klugmann und einigen seiner Schüler. Genauer: Der Tübinger Künstler Klugmann platzierte dieses Kunstwerk ursprünglich gemeinsam mit fünf Jugendlichen im Sommer 2008 an den Kunstpfad zwischen Rottenburg und Tübingen, und zwar in die Nähe des Hirschauer Friedhofs. Danach wanderte der Kubus im Februar 2009 von dem damaligen Standort auf jenen Kreisel, der den Verkehr an der Kreuzung Steinlachwasen/Waldhörnlestraße regelt. Klugmann und seine Mitstreiter hatten der Tübinger Stadtverwaltung angeboten, das Kunstwerk unentgeltlich und ohne weitere Verpflichtungen zu überlassen.

Dort ist er immer noch zu besichtigen, und zwar „bis zur endgültigen Herstellung des Innenbereichs des Kreisverkehrs in Derendingen“, wie es ursprünglich hieß. Was einen wünschen lässt: Entweder, dass sich die Zuständigen das noch einmal überlegen und den Kubus dort stehen lassen. Oder aber, dass dieser Innenbereich des Derendinger niemals fertig gestellt würde. Nur mähen dürfte man ihn ruhig mal wieder.

Kunst im öffentlichen Raum zum Nulltarif
Ein Prachtstück unserer kleinen TAGBLATT-Kreisverkehrs-Serie: Das Rondell Steinlachwasen/Waldhörnlestraße. Bild: Sommer


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