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Kunst-volles „Bilder-Buch“ zeigt die vielen Seiten von Norbert Stockhus
Der Künstler in seinem Glatter Atelierhaus: Norbert Stockhus blättert stolz in dem frischgedruckten opulenten „Bilder-Buch“. Bild: Priotto
Kunst

Kunst-volles „Bilder-Buch“ zeigt die vielen Seiten von Norbert Stockhus

Der Maler aus Glatt hat unter dem Titel „Trugbilder und andere Wahrheiten“ ein Druckwerk veröffentlicht, das zum Schwelgen einlädt.

01.12.2016
  • Cristina Priotto

Normalerweise füllen die Bilder von Norbert Stockhus große Galerien in Berlin, Stuttgart oder noch bis 11. Dezember die „Fähre“ in Bad Saulgau. Wer‘s kompakter mag und gerne in den großen Gemälden mit winzigen Pinselstrichen schwelgt, kann sich seit Neuestem zwischen zwei Buchrücken auf 144 Seiten in die realistisch-visionäre Welt des Malers aus Glatt entrücken lassen.

„Trugbilder und andere Wahrheiten“ lautet der Titel des Bildbands, den der Künstler nach der Präsentation bei der Retrospektive-Ausstellung in Bad Saulgau vor zehn Tagen am gestrigen Mittwoch auch der Presse vorstellte.

Das Durchblättern im Atelierhaus geriet zu einem erzählerischen Spaziergang durch das Leben des 68-Jährigen, denn Stockhus‘ Bilder versteht besser, wer den privaten Hintergrund kennt.

„Das Kartoffelfeuer brennt noch“ etwa zeigt ein Selbstportrait des damals Dreijährigen bei etwas, das den Jungen faszinierte.

Die Darstellung von Wein, Trauben und Weinbergen stammt aus jungen Jahren des Malers. „Ach, und das ist mein alter Kachelofen aus der Küche“, weckt die Ansicht früher Gemälde aus den 1970er-Jahren Erinnerungen. Auf anderen Bildern entdeckt der Wahl-Glatter Reminiszenzen an den Hausbau in der Muristraße.

Unter den herausragend gestalteten Seiten sticht die Doppelseite mit dem „Sahnestück“ und neun Variationen des Wasserschlosses für die 2009er-Ausstellung hervor.

Während viele gleichgesinnte Altersgenossen sich mit fortschreitendem Wirken auf großflächigere Darstellungen beschränken, malt Stockhus immer detaillierter, wie man beim Vergleich früher mit aktuellen Werken immer wieder feststellen kann.

Bleistiftskizzen wie „Gespräch über eine unfertige Sache“ von 1976 etwa würde man heute kaum Norbert Stockhus zuordnen, und auch viele der Illustrationen für „natur“ gerieten in Vergessenheit.

Das Faible zur Kugel zeichnet sich schon in abgebildeten Werken der frühen 1980er-Jahre ab.

Weitere Motive sind Wasser und Bäume – „weil ich als Kind viel im Wald und an Bächen spielte“, wie der Maler verrät, und beim Erzählen taucht Stockhus in seine Kindheit ein, Augen und Wangen beginnen zu leuchten wie die Objekte auf den Glutbildern.

Während der 68-Jährige die Farbpalette seit einigen Jahren immer umfassender ausschöpft und viel ausprobiert, zeugen etliche der frühen Werke in dem „Trugbilder“-Band davon, dass Norbert Stockhus sich früher oft auf Erd- und Grüntöne beschränkte.

Den einleitenden Text hat einer der besten Stockhus-Kenner verfasst: Horst Peter Schlotter, der auch bei der Vernissage in Bad Saulgau die Laudatio hielt. Dieter Schleeh gestaltete die Seiten, HP Kammerer steuerte einige Fotos bei. Vorgestellt werden in dem in Villingen gedruckten und in Freiburg gebundenen Buch Gemälde und Bleistiftzeichnungen, jedoch keine Portraits oder Radierungen.

Das „Bilder-Buch“ gibt einen ausschnitthaften Überblick über das bisherige Schaffen des Endsechzigers. „Da kommt schon was zusammen, wenn man sowas 50 Jahre lang macht“, stellt Norbert Stockhus fest. Auf weit über 1000 Werke schätzt der außergewöhnlich produktive und dennoch detailversessene Künstler sein bisheriges Gesamtoeuvre. Oft blieb zwischen Malen, Ausstellung und Verkauf keine Zeit zur Dokumentation. „Das Buch ist daher auch für mich ein wichtiges Nachschlagewerk“, sagt Stockhus über den bislang umfangreichsten Bilderkatalog, der in einer Auflage von 750 Stück erschienen ist und laut Künstler „rege nachgefragt wird“.

Stadtbild für Bad Saulgau

Mit der großen Retrospektive in der Galerie Fähre in Bad Saulgau hat Stockhus übrigens schon den nächsten Auftrag für ein Stadtbild an Land gezogen: Die Bad Saulgauer waren von den Stadtansichten des Malers so begeistert, dass die oberschwäbische Stadt für das 1200. Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung, das 2019 gefeiert wird, ein Bild in Auftrag gab. „Dabei hatte ich meiner Frau versprochen, keine Stadtbilder mehr zu malen“, sagt Norbert Stockhus schuldbewusst. Doch die Vorfreude auf den Spaß an der Arbeit überwiegt schon.

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01.12.2016, 01:00 Uhr

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