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Nach dem Herdenprinzip

Kunsthandwerk, Selbstgemachtes und Kulinarisches auf dem „Horber Advent“

Der „Horber Advent“ mit Mittelaltermarkt hat unter dem mäßigen Wetter am Wochenende gelitten. Richtig stimmungsvoll ist es erst am Abend geworden. Das Bühnenprogramm kam gut bei den Besuchern an.

30.11.2015
  • Dunja Bernhard

Horb. So ein Schmuddelwetter hatten Martin Scherer und Claudia Beuter vom Horber Stadtmarketing nicht im Sinn gehabt, als sie sich beim Pressegespräch vor zwei Wochen niedrigere Temperaturen für den Horber Advent wünschten. Das Thermometer stieg derzeit noch in den zweistelligen Bereich. Am Samstag kroch den Besuchern die feuchte Kälte Beine und Rücken hoch. Am Sonntag kam noch Regen hinzu. Da half nur: warm anziehen und an einem der zahlreichen Stände einen Glühwein oder Kinderpunsch bestellen.

Gute Stimmung verbreiteten auf der Showbühne die Tänzerinnen der Ballettschule Ginger. Sie boten zu fetziger Musik eine Essenz aus dem Galaabend, den sie vor 14 Tagen in Bildechingen präsentierten. Dem Anlass entsprechend trugen sie zu ihren Kostümen Weihnachtsmann-Mützen – klassisch rot oder knallig glitzernd. Auf jeden Fall waren die jungen Damen eine Augenweide. Die Zuschauer standen dicht gedrängt vor der Bühne. So war es auch etwas weniger kalt – Herdenprinzip.

Für sozusagen hand- und mundgemachte Weihnachtsklänge sorgten viele Horber Chöre und Bläserensembles. Der Horber Nikolaus erschien dieses Jahr in neuem Gewand. Es steckte ja auch ein anderer drunter: Hans Noll aus Nordstetten. Recht unbehelligt zog er seine Runden über den Markt. Nur zögerlich näherten sich ihm die Jüngsten. Wenn sie ihn mit großen Augen ansahen, öffnete er seinen prall gefüllten Sack und holte eine Kleinigkeit heraus.

Riesen-Seifenblasen wie verglühende Flammen

Kinderherzen höher schlagen ließ auch Klausi Klücklich: Im Gewand eines Gauklers beeindruckte er mit metergroßen Seifenblasen. Zwischen zwei Stöcken hatte er drei Seile gespannt, die er immer wieder in seinen hölzernen Bottich mit der bunt schimmernden Seifen-Flüssigkeit tauchte. Von Ahhhs und Ohhhs der Umstehenden begleitet, zog er die Seile durch die Luft. Wabernde Gebilde schwebten über den Kinderköpfen, unerreichbar für die ausgestreckten Arme. Nicht jedoch für die Äste der umstehenden Bäume. Stießen die Seifenblasen dort an, schienen sie zu verglühen wie die Flammen eines Feuerspuckers.

Großer Beliebtheit erfreute sich das Esel- und Ponyreiten der Kameloase aus Landerringen. Geduldig trugen zwei Ponys, ein Katalanischer Riesenesel und ein Zwergesel Scharen von Kindern durch den Markt. Ob einer der kleinen Reiter auf dem schaukelnden Rücken an den beschwerlichen Weg des biblischen Paares Maria und Josef nach Bethlehem dachte?

Während der Nachwuchs beschaulich durch den Markt ritt, blieb den Erwachsenen Zeit, sich quengelfrei an den mittelalterlichen Ständen umzugucken. Historische Gewänder, lederne Taschen und Flaschenhalter, eiserne Bestecke, orientalischen Schmuck und Senf in fast allen Geschmacksrichtungen boten die Händler an.

Als Barbiere gaben sich Andreas und Diana Schwend aus. Haare schneiden könne sie auf dem Markt aus hygienischen Gründen nicht, sagte die Friseurin. Stattdessen offerierte sie Kopf- und Handmassagen. Zu einer neuen Frisur verhalf sie mit künstlichen Haarteilen oder kunstvoller Flechterei. Andreas Schwend stellte Tressen aus Kunsthaar her. Da sich Haar nicht knoten lässt, erklärte er, wird es zur Befestigung mehrfach durch drei Bänder gewebt. Die Tressen dienen der Haarverlängerung und werden mit kleinen Kämmen am Kopf festgesteckt. Blond, rot oder schwarz, glatt oder gelockt: So steht Frau – oder auch Mann – jeden Tag eine neue Frisur offen.

Russisches Gebäck gab es beim Stand der Sonnenkinder, dem Chor der russischen Familie. Hochwertiges Kunsthandwerk, Dekoratives und Selbstgestricktes fanden Marktbesucher im Pavillon. Aus kunstvoll zusammengeknautschten Espresso-Kapseln fertigt die Rottenburgerin Kirsten Stiegler Ketten, Ohrringe und Broschen. „Upcycling“ nennt sie das. So entstehen auch peppige Taschendeckel. Die Horberin Betty Wirth fädelt Perlen aus wiederverwertetem Kunststoff, Papier und Glas zu Ketten auf. Alle Perlen kommen aus ihrem Heimatland Kenia.

Siehe auch die Bilderseite auf der übernächsten Seite.

Horber Schulen verkaufen auf dem Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmärkte sind auch für Schüler und Schulfördervereine eine willkommene Einnahmequelle. Im Kochunterricht hatten die Schülerinnen und Schüler der Roßbergschule Kekse gebacken. Im Werkunterricht und in Arbeitsgemeinschaften hatten sie allerlei Nützliches aus Holz hergestellt. Der Verkauf hat schon Tradition. „Wir sind jedes Jahr dabei“, sagte Schulleiter Joachim Straub. Die Klasse 7b der Horber Realschule wollte mit dem Verkauf von Lebkuchenmännern, Waffeln und Kinderpunsch Geld für den Ausflug ins Schullandheim erwirtschaften. Noah Niklas Utech und Cenh Ahyol, die Samstagnachmittag im Stand ausharrten, machte es Spaß: „Da kann man mit vielen Leuten reden.“
Die 12. Klasse des Horber Martin-Gerbert-Gymnasiums bot neben den Klassikern Waffeln, Glühwein und Punsch auch Schokofrüchte an. Der
Erlös ist für den Abiball. Der im vorigen Jahr
gegründete Förderverein der Horber Gemeinschaftschule wolle sich durch seinen Stand auf dem Markt bekannt
machen, sagte Michaela
Abberger. Neben süßen Waffeln buken die
Eltern auch welche mit Parmesan.

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30.11.2015, 01:00 Uhr

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