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Kurden und Nationaltürken gerieten in der Tübinger Altstadt in Streit
Den Betreibern des Info-Stands gelang es, den weißen VW in der Kirchgasse zu stoppen. Daraufhin kam es zu einer Rangelei. Die Polizei fuhr mit mehreren Streifenwagen in die Fußgängerzone. Bild: Hagemann
Polizeieinsatz · Auseinandersetzung am Info-Stand

Kurden und Nationaltürken gerieten in der Tübinger Altstadt in Streit

Wegen Auseinandersetzungen an einem kurdischen Info-Stand vor der Stiftskirche ist es am späten Freitagnachmittag zu einem größeren Polizeieinsatz in der Altstadt gekommen.

03.03.2018
  • ST

Wie die Polizei berichtet, fuhren ein 19-Jähriger und ein 20-Jähriger mit einem weißen VW Tiguan bis auf wenige Meter an den Info-Stand heran, obwohl dieser mitten in der Fußgängerzone der Tübinger Altstadt aufgebaut war. Aus dem Auto heraus beleidigten die beiden die Betreiber des Standes und fuhren dann in Richtung Kronenstraße davon. Dies allerdings so rabiat, dass ein 67-Jähriger zur Seite springen musste, um nicht angefahren zu werden. Nach Angaben der Polizei sind die beiden jungen Männer türkische Staatsangehörige und politisch dem nationaltürkischen Spektrum zuzuordnen.

Eine knappe Stunde später fuhr der Tiguan wieder an dem kurdischen Info-Stand vorbei. Erneut, so die Polizei, seien die Standbetreiber beleidigt worden und wieder fuhr das Auto in Richtung Kronenstraße davon. Als der Tiguan wenig später erneut auf den Stand zufuhr, diesmal aus der Münzgasse kommend, verfolgten die Betreiber den Wagen und konnten den 19-jährigen Fahrer in der Kirchgasse zum Anhalten bewegen.

Wie die Beamten berichten, kam es daraufhin zu einer Rangelei zwischen den Personen, in deren Verlauf auch das Auto beschädigt wurde. Damit sich die Lage beruhigte, rückte die Polizei mit mehreren Streifenwagen in die Kirchgasse aus.

Nach Angaben der Polizei dürfte die Ursache des Konflikts in unterschiedlichen politischen Ansichten der Beteiligten liegen. Vermutlich geht es um die türkische Invasion in Afrin im Norden Syriens, in der hauptsächlich Kurden leben. Vor vier Wochen schon zogen in Tübingen 300 Demonstranten vom Europaplatz auf den Holzmarkt, um sich mit der Bevölkerung in Afrin zu solidarisieren und gegen die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu demonstrieren.

Die Ermittlungen zu den aktuellen Vorfällen gestalten sich nach Angaben der Polizei jedoch schwierig. Kriminalpolizei und Staatsschutz ermitteln weiter und versuchen mehr, über die genauen Hintergründe der Auseinandersetzung zu erfahren.

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03.03.2018, 14:10 Uhr

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