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Hatz nach dem Schlafplatz

Kurz vor Semesterbeginn herrscht Hochsaison bei der Zimmersuche

Internetrecherche: 2-Zimmer-Wohnung, 25 Quadratmeter, 250 Euro warm, möbliert, WG-tauglich. Anrufen, Wohnung leider schon vergeben. Kurz vor Semesterbeginn wird es eng im Rennen um die Studentenbude, vor allem für Studienanfänger.

03.10.2010
  • Sigrid Pfenning Daniela Rissinger

Tübingen. Wer momentan auf der Wilhelmstraße unterwegs ist, trifft vermehrt auf Kleingruppen – bestehend aus drei Personen. Bei näherem Hinsehen stellt sich heraus, dass es sich um junge Neu-Tübinger/innen handelt, die gemeinsam mit ihren Eltern auf Wohnungssuche sind. In zwei Wochen beginnt das Semester, und noch ist nicht allen Studienanfängern klar, wo sie unterkommen.

Kurz vor Semesterbeginn herrscht Hochsaison bei der Zimmersuche
Glück gehabt: Die 21-jährige Lisa Gathen hat ein Zimmer im Studentenwohnheim Waldhäuser Ost ergattert und kann jetzt beruhigt ihren Koffer auspacken. Bild:Metz

Wohnungssuche in Tübingen ist nicht einfach. Erst recht nicht für Studenten, die mit dem Geld haushalten müssen, und schon gar nicht für Nachzügler, die erst Ende September erfahren haben, dass sie im Nachrückverfahren noch einen Studienplatz erhalten haben.

Julia Haag hat schon eine Wohnung gefunden. Der Russisch- und Spanischstudentin war früh klar, dass sie in Tübingen studieren will. „Ich habe mich beim Studentenwerk beworben und hatte quasi freie Auswahl“, berichtet die Studienanfängerin. Sie hatte sich im Internet informiert, welches Wohnheim am neuesten ist und den kürzesten Weg zur Uni hat. Im Wohnheim Neuhalde wurde sie schnell fündig. Sie hatte Glück: „Wenn die Zusage von der Uni erst Ende September kommt, findet sich nicht so einfach eine Wohnung“, weiß die 20-Jährige. So sei es zwei ihrer Freundinnen ergangen. Die Medizinstudentinnen wissen erst seit kurzem, dass sie an der Universität Tübingen studieren dürfen. „Die beiden haben Probleme, eine Wohnung zu finden, weil alles belegt ist“, berichtet Haag. Daher machten sie sich nun bei Privatvermietern auf Wohnungssuche.

In den Wohnheimen sind noch Plätze frei

Wenn Studierende in Tübingen eine Wohnung suchen

Wenn Studierende in Tübingen eine Wohnung suchen --

03:20 min

Was können diejenigen tun, die jetzt noch dringend eine Wohnung brauchen? „Sofort herkommen, es sind noch wenige Zimmer in den Wohnheimen des Studentenwerks zu haben“, rät Rainer Großarth vom Studentenwerk den Wohnungssuchenden. Zum 1. Oktober waren noch 137 Zimmer frei, sagt Benjamin Rein, der Abteilungsleiter der Wohnheimverwaltung. Für dieses Semester sind insgesamt 1330 Bewerbungen eingegangen. Renovierungsarbeiten in den Wohnheimen haben diese für Studenten wieder attraktiver gemacht.

Rainer Großarth ist sicher, dass „zu Semesterbeginn alles vermietet sein wird – auch Zimmer, die nicht so gerne genommen werden“. Zimmersuchende sollten sich also sputen: Bewerbungsbogen ausfüllen und in die Sprechstunde der Wohnheimverwaltung kommen; alternativ kann man auch erst einmal beim Studentenwerk anrufen.

Wer im Wohnheim keinen Platz mehr findet, kann sein Glück auch im Info-Point in der Mensa Wilhelmstraße versuchen: Gegen zehn Euro Pfand erhält man dort einige Adressen von Privatzimmern. „Im September herrscht hier Hochsaison“, sagt Theresa Köckeritz vom Info-Point.

„Ich habe noch nichts gefunden, da ich erst im Nachrückverfahren einen Platz erhalten habe“, sagt Katrin Zieser, die zunächst das Internet nach Wohnungen in Tübingen durchforstet hat. Sie sucht möglichst nach einer Wohngemeinschaft. „Für heute habe ich einen Termin. Und bei den Karteikarten im Info-Point waren auch drei mögliche Wohnungen dabei.“ Diese gilt es nun zu besichtigen. „Das Angebot ist mager“, findet Mutter Cäcilia Zieser. Viele Wohnungen sind zwar schon weg, Panik herrscht bei der 20-jährigen Tochter trotzdem noch nicht. Sie kommt vom Kaiserstuhl und hat zweieinhalb Stunden Autofahrt hinter sich.

Notunterkunft in der Jugendherberge

„Schwierig“ schätzt auch Hannah Stuhler die Wohnungssituation ein. Die 21-Jährige studiert seit zwei Semestern in Tübingen und kann sich noch gut an ihre eigene Wohnungssuche erinnern: „Ich hatte nach Zimmern in einer Wohngemeinschaft gesucht, die waren aber alle schon belegt.“ Schließlich war sie bei einem selbstverwalteten Wohnheim fündig geworden. Hier war ein WG-Zimmer frei, allerdings erst ab dem 1. November. „Bis dahin habe ich bei früheren Mitbewohnern meiner Mutter gewohnt“, erzählt die Psychologiestudentin.

In Wohngemeinschaften ist die Zimmersuche „generell schwer“, meint Hannah Stuhler. „Viele Mitbewohner wollen keine Erstsemester, weil die noch zu unerfahren sind.“ Sie kennt auch Kommilitonen, die zu Semesterbeginn noch keinen Unterschlupf gefunden hatten. „Die wohnten damals noch über zwei Wochen in der Jugendherberge.“

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03.10.2010, 12:00 Uhr

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