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Feinstaub sorgt für Wirbel

Kusterdingen wehrt sich gegen Ausweitung der Tübinger Umweltzonen

Eine enorme Verkehrsbelastung der Härtendörfer befürchtet der Kusterdinger Gemeinderat, wenn nur noch Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette die Tübinger Gemarkung befahren dürfen. Die Fortschreibung des Luftreinhalteplans in dieser Form lehnt das Gremium ab.

26.06.2014
  • Stefan Gokeler

Kusterdingen. Bürgermeister Jürgen Soltau war mit einer ersten Stellungnahme bereits öffentlich vorstellig geworden (wir berichteten), am Mittwoch legte der Kusterdinger Gemeinderat einstimmig nach: Alle Fraktionen lehnen die vom Regierungspräsidium vorgelegte Fortschreibung des Luftreinhalteplans für den Regierungsbezirk Tübingen in dieser Form strikt ab. Knackpunkt ist die Absicht, die gesamte Tübinger Gemarkung künftig für alle Fahrzeuge zu sperren, die keine grüne Umweltplakette haben.

Welche Auswirkungen dies für die umliegenden Gemeinden hätte, werde im Luftreinhalteplan nicht einmal untersucht, so bemängelte Soltau. Und diese werden in allen politischen Lagern des Kusterdinger Gemeinderats als massiv bewertet. Von einem „Scheuklappendenken“ sprach Sebastian Heusel (FWV), durch das sich wegen der Umfahrung gesperrter Zonen die Gesamtbelastung mit Ruß und Abgasen sogar noch erhöhe.

Zwei-, dreitausend Lkw mehr: „Immense Sauerei“

Mit „zwei- bis dreitausend Lastwagen“ mehr pro Tag rechnet Immenhausens Ortsvorsteher Siegfried Maier auf der Kreisstraße 6903 über die Härten, wenn die Bundesstraßen 27 und 28 auf Tübinger Gemarkung nicht mehr von Lkws ohne grüne Plakette befahren werden dürften – und zwar genau diejenigen mit dem höchsten Schadstoffausstoß. Er nannte es eine „immense Sauerei“, dass auf solche Auswirkungen keine Rücksicht genommen werde. Auch Ursula Laxander-Digel (Härtenliste) warnte davor, Schwerlastverkehr von Bundesstraßen auf Ortsdurchfahrten zu verlagern, die zugleich Schulwege und Aufenthaltsbereiche für ältere Menschen seien.

Im Vergleich dazu „lachhaft“ nannte Hannes Kurz (FWV) die im Konzept vorhergesagten Reduzierung der Schadstoffe in der Tübinger Luft durch die Ausweitung der Umweltzonen. Überwiegend im niedrigen einstelligen Prozentbereich liege der prognostizierte Rückgang von Feinstaub und Stickoxiden in Tübingen, kritisierte auch Soltau. Für Kurz ist selbst dies eine Milchmädchenrechnung: Würden die „Stinker“ ihre Abgase künftig auf den Härten ausstoßen, blase der Wind sie sowieso wieder nach Tübingen hinein. Bürgermeister Soltau versprach, die zusätzlichen Argumente aus der Gemeinderatsdebatte in seinen Entwurf einer Stellungnahme der Gemeinde aufzunehmen.

Kusterdingen wehrt sich gegen Ausweitung der Tübinger Umweltzonen
Eine der ersten Umweltzonen – die Tübinger Friedrichstraße. Archivbild: Metz

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26.06.2014, 12:00 Uhr

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