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Unter den Wolken

Kusterdinger Modellbauer trotzten dem Regen

Gelegentlicher Nieselregen war Gift für die Elektromotoren – doch eilends aufgespannte Planen und Zelte verhinderten Schlimmeres.

04.09.2012
  • Matthias Reichert

Eine Reihe von Gästen kamen am Sonntag zur 17. Hockete des Modellflugclubs Kusterdingen. „Das Wetter ist nix. Zu schlecht, die Leute gehen nicht aus dem Haus“, ärgerte sich freilich Dieter Rühle, der im Vorstand für den Flugbetrieb zuständig ist. Wenn es nicht regnete, starteten die Flieger hinter eigens aufgesperrten Zäunen. Wie in jedem Jahr kamen am Samstag zunächst die Nachwuchsflieger im Ferienprogramm, tags darauf war die traditionelle Hockete.

Zwischen 12 und 14 Uhr gingen nur elektrische Flieger in die Luft. Verbrennungsmotoren wurden zur Essenszeit nicht eingeschaltet. „Inzwischen ist das kein großer Unterschied mehr“, sagte Rühle. Elektro-Modelle seien leiser und die Motoren leiser, dafür wiegen die großen Akkus mehr. Der Vorteil: Elektrische Flieger „machen weniger Lärm und Dreck, man hat kein Benzin an den Fingern“.

Worin besteht die Faszination? „Andere sind von Eisenbahnen fasziniert oder von Autos, wir von Flugzeugen“, sagte Rühle über sein Hobby. „Das ist doch schön, wenn etwas fliegt, etwas schwebt und in die Luft geht.“ Der jüngste Flieger hier auf dem Platz ist neun, der älteste 76. Der Club hat 45 Aktive, darunter elf Jugendliche. Immer montags ist bei gutem Wetter Jugendabend auf dem Fluggelände am Waldrand, wo der Verein einige Wiesenstreifen gepachtet hat. An Modellen können die Nachwuchsleute das Fliegen lernen. Mit zwei Fernsteuerungen, der Lehrer kann notfalls den Hebel umlegen und den Flug regulieren.

Im Winter wird einmal die Woche gebastelt. Es gibt klassische Holzbaumodelle, die „aus tausend Teilen“ zusammengesetzt und von Hand lackiert werden. Bei Kunststoff-Modellen aus Kohlefasern bekommt man Rumpf, Tragfläche und Leitwerk zum Zusammensetzen, die Bastler müssen selbst die Elektrik einbauen. Was das kostet? „Da gibt es wie überall im Modellbau keine Grenze“, so Rühle – einige tausend Euro seien für so einen Kunststoff-Flieger schnell weg. Am billigsten und einfachsten sind Styropor-Flieger, wie sie in China hergestellt werden, die gibt es mit Fernsteuerung schon für 150 Euro. „Unter Modellfliegern heißen die Schaumwaffeln.“ Doch: „Die Dinger sind gar nicht so schlecht. Die kann man auch abstürzen lassen und dann in ein paar Sekunden kleben.“ Eines allerdings sollte man nicht tun: Im Discounter einen Modellflieger kaufen und den im eigenen Garten fliegen lassen. Bei dieser „Wildfliegerei“ könne viel passieren – Rühle rät zur Anleitung im Verein.

Kusterdinger Modellbauer trotzten dem Regen
Auf dem Modellflugplatz bei Kusterdingen richtet Jochen Rühle (links) seinen ASK 18 Modellsegler (im Original 5,33 Meter Spannweite; im Modell Maßstab 1:3). Gleich soll er vom Schlepp-Flugzeugmodell Jodel-R seines Bruders Jürgen in die Lüfte gezogen werden. Bild: Sommer

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04.09.2012, 12:00 Uhr

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