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Leichtathletik: Sinkende Gold-Aktien

LAV-Mehrkämpfer haben DM-Medaillen im Visier

Seit Jahresbeginn fiebern die Mehrkämpfer der LAV Asics Tübingen den deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Potsdam entgegen. Doch ausgerechnet vor Beginn der Titelkämpfe am Donnerstag ist die Stimmung im LAV-Lager gedrückt.

25.08.2010
  • Johannes Knuth

Tübingen. Bauchschmerzen habe er, gab Dorinel Andreescu, hauptamtlicher Trainer der Tübinger Leichtathleten, kürzlich zu. Nun könnte man dem Cheftrainer raten, das Ablaufdatum seiner Milchflaschen ein wenig besser zu beachten, doch schlechte Eiweiß-Erzeugnisse sind nicht der Grund für Andreescus Unwohlsein. Zu Saisonbeginn hatte es noch ganz danach ausgesehen, als hätten die LAV-Mehrkämpfer alle Zutaten beisammen, um bei den nationalen Titelkämpfen in dieser Woche ein richtiges Festmahl zu zaubern. Drei Goldmedaillen in den Mannschaftswertungen (für die immer drei Mehrkämpfer benötigt werden) waren das Ziel. In den letzten Wochen geriet dieses Unterfangen allerdings in Gefahr.

Problemzone I: Zehnkampf Männer. Besser abschneiden als 2009 wollen die Tübinger Zehnkämpfer in der Mannschaftswertung. 2009 gewannen Johannes Waidelich, Philipp Schellhorn und Thorsten Bertsch Silber, somit ist das Ziel für 2010 recht eindeutig definiert. Weil die Mehrkampfmeisterschaften im Sommer aber kurzfristig in das kleine Stadion nach Potsdam verlegt wurden und der Zehnkampf aus Zeitgründen bereits am Donnerstag beginnt, musste Bertsch den Wettkampf aufgrund einer wichtigen Uniprüfung absagen. Waidelich, Schellhorn und Sven Bösing dürfen sich also keinen Ausfall leisten. Mit Matthias Kugele haben sie noch eine Krankenvertretung in der Hinterhand, sollte sich einer der drei Stammkräfte verletzen, wäre der Podestplatz mit der besten Aussicht allerdings futsch. Gerade dies passiert bei zehn Disziplinen schnell, zudem hat sich Schellhorn nach Knöchel- und Ellenbogenproblemen erst vor einer Woche wieder fit gemeldet.

Problemzone II: Siebenkampf weibliche Jugend A. Der Mannschaftstitel war vor Saisonbeginn für Eva Baur, Corinna Coenning und Neuzugang Alisa Schuster reserviert. Mittlerweile haben die Tübingerinnen ihre Reservierung zurückgezogen. Corinna Coenning stolperte an Ostern über eine Wurzel im Wald, riss sich das Syndesmoseband und hofft nun, dass sechs Wochen Vorbereitung genügen. Alisa Schuster weiß noch nicht so recht, ob ihr lädierter Fuß einen Start zulässt. Ersatzfrau Katja Fischer weiß überhaupt nicht, ob sie nach Verletzungsproblemen einen Siebenkampf überhaupt durchstehen wird. Mit Maren Kibele steht zwar eine weitere Ersatzfrau im Startblock, Platz eins zusammen mit Coenning und Baur wäre aber eine Überraschung.

Problemzone III: Siebenkampf weibliche Jugend B. Das pfeiffersche Drüsenfieber hat schon ganze Sportlerkarrieren beendet. Ganz so schlimm hat es LAV-Neuzugang Ramona Pitan nicht erwischt, die B-Jugendliche darf nach ihrer Erkrankung im Frühjahr seit zwei Wochen wieder trainieren, wenn auch unter strenger ärztlicher Kontrolle. In Potsdam wird Pitan noch nicht an ihre Bestleistung herankommen, zuletzt erzielte sie 400 Zähler weniger als gewohnt – wichtige Punkte, die der Mannschaft am Ende zum Titel fehlen könnten. Pitan, Edda Kuhlemann, Isabel Mayer und Verena Tobis wollen dann zumindest eine Mannschaftsmedaille. Vergangene Woche stimmten sich die Siebenkämpferinnen beim gemeinsamen Schlenkerbraten-Essen auf der Terrasse von Familie Pitan auf ihre Mission ein.

Fazit: Der Schuh drückt an vielen Stellen gleichzeitig im LAV-Mehrkampflager. Nachwuchs-Zehnkämpfer Nils Merten ist seit Monaten Stammgast beim Physiotherapeuten, somit hat auch die A-Jugend-Mannschaft um Merten, Leon Brendel und Niklas Gröber Sorgenfalten auf der Stirn. Statt Gold wolle man nun gesund bleiben, durchkommen und gute Ergebnisse einfahren, sagt Cheftrainer Andreescu – „wie die am Ende ausschauen, werden wir sehen.“ Wobei immer zu beachten bleibt: Nur der LAV-Goldkurs ist zuletzt etwas gefallen, die Medaillenaktien der Tübinger sind ja weiterhin stabil. Auch ohne Titel könnten die Mehrkämpfer am Ende mit der besten Ausbeute der Vereinsgeschichte den Rückweg antreten.

LAV-Mehrkämpfer haben DM-Medaillen im Visier
Johannes Waidelich begibt zusammen mit seinen LAV-Mitstreitern Philipp Schellhorn und Torsten Bertsch am Wochenende bei der deutschen Mehrkampf-Meisterschaft in Potsdam auf Goldsuche. Bild: LAV

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25.08.2010, 12:00 Uhr

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