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Keiner sprang heuer weiter

LAV-Weitspringer Fabian Heinle fliegt in Weinheim auf 8,12 Meter

Fabian Heinle von der LAV Stadtwerke Tübingen sprang bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim 8,12 Meter, so weit wie noch kein LAV-Athlet vor ihm – und landet damit auf Platz eins der deutschen Bestenliste. Für die anderen lief es dagegen in Weinheim eher nicht wie erhofft.

01.06.2015
  • Bernhard Schmidt

Weinheim.Am Ende legte Fabian Heinle nochmal alles in die Waagschale. Drei ungültige Versuche, zudem 7,77 Meter und 7,75 Meter ist der 20-Jährige Schüler vor seinem sechsten und letzten Versuch gesprungen. Das war in Ordnung, bedeuteten beide Sprünge doch Saisonbestleistung und die Führung bei der stark besetzten Kurpfalz-Gala. Aber eigentlich war das immer noch nicht gut genug. Heinle brauchte 7,80 Meter um sich für die U 23-Europameisterschaften in Talinn, Estland, zu qualifizieren. Im letzten Versuch hob Heinle ab, flog und flog, wollte nicht mehr aufhören zu fliegen – bis ihn die Schwerkraft bei 8,12 Meter in die Sandgrube drückte. „Das Gefühl beim Sprung war überragend“, sagte Heinle. „Ich hab direkt gewusst, dass er weit war, wenn er denn als gültig markiert wird.“

Das wurde er, die weiße Flagge ging hoch. Heinle reiht sich damit auf Platz eins der deutschen Bestenliste ein. In der ewigen deutschen Bestenliste sprang der Stuttgarter sogar gleich auf Platz 27. Vereinsintern und in der Kreisrekordliste holte sich Heinle natürlich auch gleich die Krone. Das letzte Mal, dass ein LAVler in die Nähe dieser Weite kam, war im Jahr 2007, als der heutige Mehrkampftrainer Peter Rapp 8,10 Meter sprang.

War das also der perfekte Sprung? „Ich denke schon, dass der Sprung schon ziemlich am Limit war“, sagte Heinle. „Aber man weiß ja nie.“ Drei Zentimeter würden ihm nur noch zur Norm für die Weltmeisterschaften in Peking fehlen. Trotzdem bleibt Heinle erst einmal auf dem Boden. „Wegen der WM Norm mache ich mir jetzt gar keinen Stress. Wenn sie fällt ist es okay und wenn nicht auch. Bis gestern war ich von den 8,15 Metern noch so weit entfernt, dass ich jetzt nicht anfange, der Norm hinterherzurennen.“

Die Leistung von Heinle ist umso bemerkenswerter als dem heute 20-Jährigen vor eineinhalb Jahren noch das Ende der sportlichen Karriere drohte. Beim Hallenwettkampf Anfang 2014 in Karlsruhe hatte sich das damals 19-jährige Talent bei der unglücklichen Landung in der Sandgrube das vordere und hintere Kreuzband, die Kapsel und das Außenband gerissen. Mit der Weite von Weinheim hat sich Heinle in der nationalen Spitze etabliert.

Auch Moritz Riekert mit einem weiten Satz

Für die anderen Athleten der LAV lief es in Weinheim dagegen nicht ganz wie gewünscht. Moritz Riekert konnte bei seinem Start über die 100 Meter nicht an seine Bestleistung von 10,63 Sekunden anknüpfen, die er erst vergangene Woche in Ellwangen aufgestellt hat. Nach 10,81 Sekunden blieb die Uhr im Vorlauf stehen, im Finale steigerte er sich aber immerhin auf 10,71 Sekunden. „Im Vorlauf hatte ich viel Gegenwind“, erklärte Riekert etwas zerknirscht. „Im Finale hab ich dann den Start verpasst.“ Einen Grund zur Freude gab es dennoch: Im Weitsprung steigerte er seine Saisonbestleistung auf 7,41 Meter.

Eine Saisonbestleistung hatte auch LAV-Teamkollegin Lisa Steinkamp angepeilt. Die Weitspringerin hatte alle Hoffnungen in die Kurpfalz-Gala gesteckt, blieb mit 6,25 Metern aber unter ihren eigenen Ansprüchen. Dabei hatte sie am vergangenen Wochenende in Heidelberg nach einigen Umstellungen im Training mit 6,38 Metern einen richtig guten Sprung hingelegt. Alleine war Steinkamp damit nicht. Nachdem Mona Maier, ebenfalls LAV, in den vergangen zwei Wettkämpfen über 100 Meter jeweils unter 12 Sekunden geblieben ist, reichte es am Samstag nur für eine Zeit von 12,18 Sekunden.

LAV-Weitspringer Fabian Heinle fliegt in Weinheim auf 8,12 Meter
Bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim knackte Fabian Heinle die Acht-Meter-Marke und verfehlte die WM-Quali nur um Zentimeter. Archivbild: Ulmer

Elina Sterzing (LAV Stadtwerke Tübingen) dominierte am Sonntag bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Forst bei Karlsruhe den Dreisprung. Die Dritte der Hallen-DM hätte einen Tag nach ihrem 22. Geburtstag mit jedem ihrer vier gültigen Sprünge gewonnen. Der beste Versuch wurde mit 13,19 Metern gemessen. Damit überbot sie die Zweite Bianca Marten (Stuttgarter Kickers) um mehr als einen Meter. Es war der drittbeste Freiluft-Wettkampf ihrer Karriere. Ein starker Auftritt auch von der gerade aus den USA zurückgekehrten Verena Tobis (TSV Gomaringen). Sie siegte im Diskus mit 43,40 Metern knapp vor Anna-Lena Gamp (Lenzkirch). Mit dem Speer gelang der 21-Jährigen der Sprung aufs Podest. Mit 43,94 Meter belegte sie Platz drei. Im schwach besetzten Stabhochsprung-Wettbewerb kam Marie-Sophie Hindermann, zuletzt von einer Verletzung im Sprunggelenk zurückgeworfen, mit 3,50 Meter auf den zweiten Platz hinter ihrer Trainingskollegin Martina Schultze, die 4,20 Meter übersprang. Vor allem auf Mittel- und Langstrecke überzeugten die Athleten der LV Pliezhausen. Julia Rieger wurde über 800 Meter in 2:11,39 Minuten Dritte, über 5000 Meter lief LV-Teamkollegin Hannah Arndt in 17:33,67 Minuten auf den zweiten Platz. Ebenfalls Platz zwei erkämpfte sich die Pliezhausener 4x400 Meter-Staffel mit Sandra Füseler, Melanie Hornung, Denise Schumacher und Julia Rieger in 4:06,24 Minuten. Landesmeister über 5000 Meter wurde der für Rechberghausen startende Tübinger Markus Weiß-Latzko (ausführlicher Bericht morgen im Blatt).

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01.06.2015, 12:00 Uhr

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