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Land ehrt "Heldin des Alltags" mit Verdienstorden
Emilie Bauer pflegt seit 70 Jahren ihren behinderten Sohn. Foto: dpa
Ludwigsburg

Land ehrt "Heldin des Alltags" mit Verdienstorden

Seit sage und schreibe 70 Jahren pflegt Emilie Bauer aus Stuttgart ihren behinderten Sohn. Die 93-Jährige hat jetzt den Verdienstorden erhalten.

25.04.2016
  • DPA

Ludwigsburg. Am Ende des Zweiten Weltkriegs trifft das Schicksal Emilie Bauer erbarmungslos. Der Mann ist als Soldat an der Front und sie muss 1945 allein mit zwei kleinen Kindern aus Bessarabien Richtung Westen fliehen. Auf der Flucht erkranken der zweieinhalbjährigen Sohn und die erst sechs Monate alte Tochter an einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung. Ärzte und Medikamente fehlen, ihr Sohn wird schwer behindert. Emilie Bauer pflegt ihn seither allein daheim. Seit 70 Jahren. Sie selbst ist 93. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ehrte die Kriegswitwe am Samstag als "Heldin des Alltags".

"Ihre Güte, Herzenswärme und Verlässlichkeit, aber auch ihre Fröhlichkeit, die sich Emilie Bauer trotz ihres entbehrungsreichen und schweren Lebens erhalten hat, sind ein Vorbild für unser Gemeinwesen und ein leuchtendes Beispiel praktizierter Nächstenliebe", sagte Kretschmann. Nahezu ihr ganzes Leben pflegte Bauer demnach ihren Sohn - ohne fremde Hilfe oder staatliche Unterstützung. Ihre aufopferungsvolle Pflege sei beispielhaft.

Für ihre Familie habe sie das gern getan, sagte Bauer. "Ich bin dankbar dafür, dass ich das hier erleben darf." Tochter Gertrud Osterwalder-Bauer sagte, ihre Mutter könne eigentlich nichts abgeben. Langsam sei sie aber dennoch bereit, sich von der Diakonie etwas helfen zu lassen.

Für ihre Verdienste um das Land Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) am Samstag insgesamt 22 Menschen mit den Verdienstorden ausgezeichnet. Die Auszeichnung ging an Prominente wie den Fußball-Star Sami Khedira ebenso wie an Forscher oder Vereinsvorsitzende, Flüchtlingshelfer oder Tierschützer.

Der Verdienstorden wird einmal im Jahr verliehen, die Zahl der Ordensträger ist auf 1000 lebende Personen begrenzt.

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25.04.2016, 06:00 Uhr

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