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Land will Versorgung mit Hebammen verbessern
Immer weniger Hebammen bieten Mutter und Kind ihre Unterstützung an. Foto: DPA
Geburtshilfe

Land will Versorgung mit Hebammen verbessern

Runder Tisch einigt sich darauf, die Situation zu analysieren und ein Konzept zu erarbeiten.

25.01.2017
  • PETRA WALHEIM

Stuttgart. „Es gibt Schwangere, die müssen drei, vier Kliniken abtelefonieren, bis sie einen Platz für die Entbindung gefunden haben.“ Jutta Eichenauer, Landesvorsitzende des Hebammenverbands, weiß um die Notlage, in die immer mehr werdende Mütter geraten. Der Grund ist, dass in den vergangenen Jahren viele Hebammen ihren Beruf aufgegeben haben. Wegen schlechter Arbeitsbedingungen und weil sie die horrend hohe Prämie für die Haftpflichtversicherung nicht mehr bezahlen können. Die Folge ist, dass immer mehr Kliniken ihre Kreißsäle schließen.

Um dieser Entwicklung zu begegnen, hat sich gestern in Stuttgart ein Runder Tisch konstituiert. An ihm saßen erstmals alle Akteure der Geburtshilfe beisammen. Vertreten waren unter anderen Hebammenverbände, Krankenkassen, Ärzte und Elterninitiativen. Alle waren sich einig, dass im Land die Versorgung mit Hebammen verbessert werden muss. Der erste Schritt dorthin soll nun sein, die aktuelle Lage zu analysieren, Daten, Fakten und Zahlen zusammenzutragen, um sich ein Bild vom Ausmaß des Notstandes machen zu können.

„Ich bin zufrieden mit dem Verlauf des Runden Tischs“, sagte gestern Jutta Eichenauer. Die Not sei erkannt worden – und dass dringender Handlungsbedarf besteht. „Wir waren sehr konstruktiv“, sagte sie. Bis Ende Februar soll eine Untergruppe des Runden Tischs herausfinden, wo welche Angebote der Hebammen fehlen. Auf dieser Grundlage soll ein Konzept erarbeitet werden, wie der Mangel behoben werden kann.

Staatssekretärin Bärbl Mielich im Ministerium für Soziales und Integration hatte den Runden Tisch initiiert. Ihr ist es ein Anliegen, die Geburtshilfe im Land zu verbessern. „Diese Entwicklung müssen wir stoppen“, sagte sie gestern. Keine Frau im Land solle sich Sorgen machen müssen, dass sie und ihr Kind rund um die Geburt nicht gut versorgt seien. „Deshalb wollen wir ein Versorgungskonzept auf den Weg bringen, damit es überall im Land eine qualitativ hochwertige Geburtshilfe gibt.“

Es sollen Wege gefunden werden, um die Arbeitsbedingungen für Hebammen zu verbessern. Zum Beispiel soll verhindert werden, dass sich eine Hebamme in einer Klinik um drei oder mehr Geburten gleichzeitig kümmern muss. Weiter soll die Vernetzung der Teilnehmer des Runden Tischs verbessert werden. Auch die Themen Aus-, Fort- und Weiterbildung sollen bearbeitet werden. „Uns fehlt der Nachwuchs“, betont Jutta Eichenauer. Unter diesen Arbeitsbedingungen könnten junge Frauen für den Beruf nicht begeistert werden.

Das Klinikum in Memmingen hat bereits reagiert. Um den Mangel an Hebammen zu beheben, bietet das Krankenhaus mit dem Uniklinikum Ulm von April an eine eigene Hebammen-Ausbildung an. Petra Walheim

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25.01.2017, 06:00 Uhr

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