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Rechnungshof lobt WPR

Landesförderung für das Reutlinger Orchester soll erhalten bleiben

Der Landesrechnungshof hat in seiner Denkschrift 2012 empfohlen, die Landesförderung der WPR in Höhe von zwei Millionen Euro jährlich beizubehalten. Hingegen fordern die Prüfer einen höheren Eigenbeitrag der Stuttgarter Philharmoniker.

10.07.2012

Von uschi kurz

Stuttgart/Reutlingen. Der Rechnungshof Baden-Württemberg hat gestern seine diesjährige Denkschrift veröffentlicht. Bei seiner Prüfung der Landesförderung für die Württembergische Philharmonie Reutlingen und die Stuttgarter Philharmoniker kam er zu dem Ergebnis, dass beide Orchester ganz unterschiedlich im Land präsent sind. Das Stuttgarter Orchester gibt 71 Prozent seiner Konzerte in Stuttgart, nur für elf Prozent der Auftritte zieht es die Musiker ins Ländle hinaus. Die Reutlinger hingegen spielen nur zu 51 Prozent vor heimischem Publikum, in 31 Prozent ihrer Auftritte treten sie zum Auswärtsspiel irgendwo in Baden-Württemberg an. Die Auftritte außerhalb Baden-Württembergs sind für beide Orchester mit 18 Prozent gleich hoch.

Obwohl das Stuttgarter Orchester nur einen geringen Anteil seiner Konzerte in Baden-Württemberg außerhalb Stuttgarts anbiete, heißt es in der Pressemitteilung des Rechnungshofs, erhalte es „sowohl absolut als auch prozentual eine höhere institutionelle Landesförderung als die Philharmonie Reutlingen, die in anderen Landesteilen deutlich präsenter ist“.

Der Rechnungshof erkennt die Arbeit des Reutlinger Orchesters über die Region hinaus „als wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in Baden-Württemberg an“ und schlägt vor, die Landesförderung im bisherigen Umfang weiterzuführen. Der jährliche Landeszuschuss an die WPR beträgt zwei Millionen Euro, das sind 36 Prozent der Gesamtausgaben des Orchesters. Zum Vergleich: Die Stuttgarter Philharmoniker erhielten in den vergangenen Jahren rund 3,7 Millionen und konnten damit 45 Prozent ihrer Gesamtausgaben bestreiten. Der Rechnungshof, der ein Missverhältnis zwischen dem Umfang der überregionalen Leistungen des Stuttgarter Orchesters und der Landesförderung sieht, schlägt nun vor, die Landesförderung des Stuttgarter Klangkörpers auf 37,5 Prozent der Gesamtausgaben zu reduzieren. Die Ausstattung des Orchesters würde nach Ansicht der Rechnungsprüfer darunter nicht leiden, wenn die Stuttgarter Musiker ihre „unangemessen niedrige Eigenfinanzierungsquote von weniger als 10 Prozent deutlich steigern würden“. Gelobt wird in dem Bericht auch die Auslastung der WPR mit 80 Prozent, während die der Stuttgarter nur 63 Prozent betrage.

WPR-Intendant Cornelius Grube zeigte sich gestern vom positiven Zeugnis durch den Rechnungshof keineswegs überrascht, schließlich waren ihm die Zahlen bekannt. Er hätte sich allerdings andere Schlussfolgerungen erhofft, betonte Grube. Nicht den Stuttgartern solle man den Zuschuss kürzen, sondern den der WPR erhöhen. Zumal der Landeszuschuss nicht einmal die Tariferhöhungen auffange.

Beste Noten bekamen die Reutlinger Philharmoniker (hier bei einem Familienkonzert) jetzt vom Rechnungshof bescheinigt. Archivbild: Faden

Stuttgarter Philharmonie, Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz und Württembergische Philharmonie Reutlingen – über diesen drei Klangkörpern schwebt seit 1998 die Vorgabe der „Kulturstrukturkommission“: 25 Prozent der Kosten sollen eingespielt werden. Die restlichen 75 Prozent sollten eigentlich Stadt und Land zu gleichen Teilen finanzieren.
Die Reutlinger Philharmoniker, die zur Zeit einen Etat von 5,7 Millionen Euro haben, erfüllen die Vorgabe am besten: Ihr Einspielergebnis beträgt derzeit 23 Prozent, „mehr geht gar nicht“, sagt Intendant Cornelius Grube. Das Land steuert nur noch 36 Prozent bei, den Rest bringen die Stadt Reutlingen und zu kleinen Teilen der Landkreis und die Stadt Tübingen auf.

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Erstellt:
10. Juli 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Juli 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2012, 12:00 Uhr

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