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Der Hipness-Faktor des Lokals zieht auch Jüngere zum Jazz

Landesjazzpreisträger Axel Kühn spielt jeden Montag in der Liquid Bar

In der Tübinger Liquid Bar hat Jazz-Kontrabassist Axel Kühn seinen festen Termin. Seit einem Jahr lud er sich an jedem ersten Montag im Monat je einen weiteren Musiker ein, und seit diesem Monat sind es zwei.

03.09.2014

Tübingen. Er lasse sich selbst jedes Mal ein wenig überraschen, sagt Axel Kühn. Bisher hatte er einen Duo-Partner, am Montag waren es zwei: Saxophonist Andi Maile, festes Mitglied der SWR Big Band, und Marcel Gustke, zuletzt Fernseh-Schlagzeuger der Liveband von „The Voice Of Germany“.

„Wir haben erst beim Soundcheck festgelegt, was wir spielen“, verrät Kühn hinterher. Hauptsächlich Standards aus den 1960er Jahren, die jeder der drei kannte, passend zur Besetzung: Ein Rhythmus- und zwei Lead-Instrumente, wozu man Kühns Kontrabass mitzurechnen hat, aber kein Harmonie-Instrument. Heruntergebrochen auf das Elementare, sagt Kühn: „Andi kann so viel freier spielen.“

Die Band groovt sich mit Charlie Parkers „Billy Bounce“ ein, im Original ein recht temporeiches Stück und damit ein anspruchsvoller Test für das Trio. Ähnlich wie die weiteren Stücke vor der Pause. Die im Fünf-Viertel-Rhythmus gehaltene Musical-Melodie „All the things you are“ (Jerome Kern / Oscar Hammerstein). Bill Stewarts „Think before you think“ mit fiebrigem Saxophon und Gustkes erstem Schlagzeug-Solo. Ein noch unbenanntes Kühn-Stück, in dem der Kontrabassist sein Publikum mit rockigen Triolen und Flageolett-Tönen überrascht. Sowie, als Abschluss vor der Pause, „Nightlife“ vom letzten Kühntett-Album.

Pause. Gut 100 Zuhörer sind in die Liquid Bar gekommen. Voll ist das Lokal damit zwar noch lange nicht, aber es ist eine ziemlich ordentliche Zahl für ein Jazzkonzert. Stammgäste sind da, aber, was Kühn sichtlich freut, auch einige jüngere Besucher. „Die kommen, weil die Liquid Bar einen gewissen Hipness-Faktor“ hat“, sagt Kühn. und fügt an, Jazz lasse sich zwischen diesen Wänden einfach edler präsentieren.

Kühn schneidet das Konzert für ein Live-Video mit. Zwei der fünf Kameras sind an Instrumenten befestigt. Im zweiten Teil des Konzerts ist die Performance des Trios besser, obwohl das Publikum mittlerweile etwas unruhiger ist – echte Live-Bedingungen eben. Ornette Colemans „Round Trip“, eine getragene Version des Standards „Stella by Starlight“, wie das nachfolgende „Body and Soul“ mit äußerst gefühlvollem, voller technischer Feinheiten ausgestattetem Bass-Spiel und beruhigendem Saxophon.

Am, stärksten ist das Trio während „Freedom Jazz Dance“ von Eddy Harris: Packender Funk mit Kühns ausführlicher Expedition in die Daumenlage, auch mit der Griffhand am Korpus und dem Kopf direkt darüber, von Mailes Saxophon perfekt gedoppelt. Beide nehmen sich immer weiter zurück, während Gustkes Schlagzeugspiel im Gegensatz dazu immer intensiver wird – stark! Als Zugabe ein Schwenk zum Swing mit dem allseits bekannten „Mack the Knife“ aus der Dreigroschenoper. Viel Applaus.Michael Sturm

Landesjazzpreisträger Axel Kühn spielt jeden Montag in der Liquid Bar
Axel Kühn (links) mit Schlagzeuger Marcel Gustke (Mitte) und Saxophonist Andi Maile in der Liquid Bar. Bild: Metz

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03.09.2014, 12:00 Uhr

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