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Auszeichnung

Landespreis für Cegat

Landesregierung und L-Bank vergeben 40 000 Euro an die 120 Mitarbeiter beschäftigenden Erbgut-Analysten aus Tübingen.

27.10.2016

Von ST

Über den mit 40 000 Euro dotierten ersten Platz des von Landesregierung und L-Bank alle zwei Jahre vergebenen Landespreises freuten sich am Dienstagabend Saskia und Dirk Biskup (rechts) von der Tübinger Firma Cegat. Axel Nawrath, Vorstandsvorsitzender der L-Bank, übergab den Preis.Bild: L-Bank / Busch

Der alle zwei Jahre von der Landesregierung und der L-Bank vergebene Landespreis zählt mit seinem Preisgeld von 90 000 Euro nicht nur zu den höchstdotierten Unternehmerpreisen in Deutschland, er gehört auch zu den teilnahmestärksten Wettbewerben seiner Art. Seit 1998 haben sich mehr als 5000 junge Unternehmen beworben. Allein in diesem Jahr waren es 604 – ein neuer Teilnehmerrekord. Zugelassen waren Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2005 gegründet oder übernommen wurden. Der Landespreis wurde in diesem Jahr zum elften Mal ausgeschrieben.

Gemeinsam mit Axel Nawrath, dem Vorstandsvorsitzenden der L-Bank, ehrte Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor mehr als 300 Gästen am Dienstagabend im Stuttgarter Neuen Schloss die drei diesjährigen Sieger sowie die weiteren sieben nominierten Unternehmen als Landespreisträger. Dabei ging der mit 40 000 Euro dotierte erste Platz an die Cegat GmbH aus Tübingen.

Das Ehepaar Saskia und Dirk Biskup hat mit seinem 2009 gegründeten Unternehmen eine innovative Hochdurchsatz-Sequenziertechnologie entwickelt, mit der erstmals mit vertretbarem Aufwand umfassende Erbgutanalysen möglich wurden. Die 120 Cegat-Mitarbeiter spüren so krankheitsverursachende Veränderungen im Erbgut auf und wiesen damit neue Wege zur individuellen Behandlung von Patienten.

Den mit 30 000 Euro verbundenen zweiten Platz gewann die b2 Biomarkt GmbH aus Balingen, die seit 2006 biologisch angebaute Produkte direkt von heimischen Erzeugern kauft und über zwei eigene Biomärkte vertreibt. Das Unternehmen betreibt zudem eine Gärtnerei und zwei Bistros. Der mit 20 000 Euro dotierte dritte Preis ging an die auf Rückbau, Verwertung sowie Tief- und Tankstellenbau spezialisierte Oettinger GmbH aus Malsch bei Karlsruhe.

Kein Schuss ins Blaue mehr

Saskia Biskup gründete die Firma Cegat im Jahr 2009 mit ihrem Mann Dirk im Technologiepark Tübingen-Reutlingen. Im Auftrag von Ärzten und Klinikeinrichtungen analysieren die Genspezialisten seither mit einer sogenannten Hochdurchsatz-Sequenzierung das menschliche Erbgut. Sie identifizieren auf diesem Weg die genetischen Ursachen einer Erkrankung und bieten so passgenaue Möglichkeiten der Behandlung. Für eine komplette Erbgutanalyse fehlte früher die Technologie, so dass jedes Gen einzeln unter die Lupe genommen werden musste. Die Kosten einer umfassenden Untersuchung wären immens hoch gewesen und diese hätte auch viele Monate gedauert.ST

Eine lange Durststrecke bis zum Erfolg

Die Firmengründer hatten eine lange Durststrecke zu überwinden. Die Geräte des Unternehmens litten an Kinderkrankheiten, Software zur Auswertung der Daten musste selbst geschrieben werden. Mitarbeiter zu finden erwies sich als schwierig, da das Unternehmen unbekannt war. Zu Beginn setzten die Gründer vor allem auf persönliche Kontakte. So lernte Saskia Biskup den heutigen Leiter des Bereichs Bio-Informatik und IT schon kennen, als dieser noch Informatikstudent an der Uni war. Heute, nach über fünf Jahren, untersucht man das Erbgut von jährlich über 10 000 Patienten auf krankheitsverursachende Veränderungen. Saskia Biskup hofft darauf, dass die Krankenkassen die Kosten in naher Zukunft übernehmen werden.

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Erstellt:
27. Oktober 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Oktober 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2016, 01:00 Uhr

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