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Schnell integrieren mit Stella

Landkreise Reutlingen und Tübingen arbeiten bei der Flüchtlingsbetreuung zusammen

„Stella“ heißt ein Programm, das die Landkreise Reutlingen und Tübingen jetzt gestartet haben. Ihr gemeinsames Ziel: Die schnelle Integration von Flüchtlingen und Asylbewerber/innen.

25.07.2015
  • ST

Reutlingen/Tübingen. Beim Flüchtlingsgipfel im Oktober 2014 hat die Landesregierung Baden-Württemberg beschlossen, Flüchtlingen im Rahmen eines Projekts durch den frühzeitigen Erwerb der deutschen Sprache einen schnelleren Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Die Landkreise Tübingen und Reutlingen hatten gegenüber der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit frühzeitig Interesse an diesem Projekt signalisiert und den Zuschlag für das Projekt „Stella – Schnelle Integration von Flüchtlingen und Asylbewerber/innen in gemeinsamer Verantwortung“ bekommen. Sowohl im Landkreis Tübingen als auch im Landkreis Reutlingen ist das Projekt nun mit mehr als 50 Teilnehmern an den Start gegangen.

Das Projekt steht für frühzeitige Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt in gemeinsamer Verantwortung der Landkreise und der Agentur für Arbeit. Die Landkreise sind im Projekt für die Sprachförderung zuständig, die Agentur für Arbeit stellt drei zusätzliche Vermittlungsfachkräfte für die beiden Landkreise Reutlingen und Tübingen zur Verfügung. Sie sind für eine intensive Vermittlung und Betreuung der Projektteilnehmer verantwortlich.

Die konkrete Umsetzung des Programms und die finanzielle Beteiligung des Landes an der Sprachförderung wird in einer Verwaltungsvorschrift des Landes geregelt werden, die allerdings erst seit wenigen Tagen vorliegt. Deshalb waren die Landkreise selbst in die Bresche gesprungen und konnten die notwendigen Mittel bereitstellen.

Für Tübingens Landrat Joachim Walter ist das Projekt ein wichtiger Baustein für die Integration von Flüchtlingen, die ein Bleiberecht in Aussicht haben: „Wer als Asylbewerber anerkannt ist oder kurz vor der Anerkennung steht, dem müssen wir durch einen schnellstmöglichen Zugang zum Arbeitsmarkt die beste Chance zur Integration in unserer Gesellschaft geben.“ Viele der Asylbewerber hätten ein großes Interesse hieran – und dieses Interesse dürfe nicht ins Leere laufen, so Walter.

Auch Reutlingens Landrat Thomas Reumann begrüßt den Start von „Stella“: „Es gilt, Potenziale der Asylbewerber und Flüchtlinge für die regionale Fachkräftesicherung zu nutzen. Durch Vernetzung der relevanten Akteure wollen wir Strukturen aufbauen und so möglichst viele Asylbewerber und Flüchtlinge durch gezieltes Qualifizieren und Vermitteln frühzeitig in den Arbeitsmarkt integrieren.“

Für Wilhelm Schreyeck, Leiter der Agentur für Arbeit in Reutlingen, ist das Projekt ein „wichtiger Schritt auf dem Weg in eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen.“ Schreyeck nennt als wesentliche Voraussetzungen hierfür die „geklärte Finanzierung der Sprachförderung und ein ausreichend vorhandenes Angebot, die Sicherstellung der sozialen und intensiven vermittlerischen Betreuung“. Dies könne nur durch gute Zusammenarbeit und enge Vernetzung der zuständigen Stellen gelingen: „In gemeinsamer Verantwortung übernehmen die Landkreise Reutlingen und Tübingen sowie die Agentur für Arbeit Reutlingen und die Jobcenter in beiden Landkreisen mit ihren Netzwerkpartnern gerne diesen Auftrag.“

Die Teilnehmer für die Sprachkurse in beiden Landkreisen (in Rottenburg 17, in Tübingen 15, in Reutlingen 19) wurden vor Projektstart von den Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit in Zusammenarbeit mit den Flüchtlingssozialarbeitern und den zuständigen Ausländerbehörden ermittelt.

Die Sprachkurse führen in den ersten Modulen zum Sprachniveau B1, in weiteren aufbauenden Modulen zum Niveau B2. Das Sprachniveau B2 ist für die Aufnahme einer qualifizierten Tätigkeit oder einer Ausbildung erforderlich. Der Unterricht findet halbtags statt. Parallel zu den Sprachkursen wurde für die teilnehmenden Mütter, welche teilweise alleinerziehend sind, an jedem Unterrichtsort eine verlässliche Kinderbetreuung organisiert. Das bewährte System der Sprachvermittlung über professionelle Lehrkräfte und unterstützende Tutoren wird beibehalten. Deshalb wurden mit der Durchführung der Sprachkurse die Volkshochschulen Tübingen, Rottenburg und Reutlingen beauftragt.

Die Heranführung an den Arbeitsmarkt erfolgt über Praktika, welche in die Sprachkurse integriert wurden. Die Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit unterstützen die Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen. Für diese Praktika werden keine Arbeitsgenehmigungen benötigt.

Orientiert an den individuellen Vorkenntnissen und Qualifikationen der Teilnehmer schließen sich bei Bedarf weitere Praktika und Bildungsmaßnahmen an, die über die Agentur für Arbeit finanziert werden, wenn die persönlichen Voraussetzungen vorliegen.

Landkreise Reutlingen und Tübingen arbeiten bei der Flüchtlingsbetreuung zusammen
Flüchtlinge, die wie hier in Betzingen in Asylcontainern leben, sollen frühzeitig in den Arbeitsmarkt integriert werden, wenn sie ein Bleiberecht in Aussicht habenBild: Haas

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25.07.2015, 12:00 Uhr

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