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So realistisch wie möglich

Landkreisweit größte Feuerwehrhauptübung auf dem Mössinger Pausa-Gelände

Die angenommenen Gasexplosionen in der Pausa waren so gewaltig, dass neben der Mössinger, Belsener, Talheimer und Öschinger Feuerwehr auch das Ofterdinger THW, das Rote Kreuz und die örtliche Polizei auffuhren. 184 Einsatzkräfte und 39 Fahrzeuge waren am Samstag an der Feuerwehrhauptübung beteiligt.

18.10.2010
  • Susanne Mutschler

Mössingen. Bei Renovierungsarbeiten im Verwaltungsgebäude und im Kesselhaus der Pausa strömt Gas aus defekten Leitungen. Immer wieder krachende Detonationen weisen den Feuerwehrleuten den Weg zu den lodernden Bränden im Hinterhof. Die pyrotechnische Fachgruppe „Sprengen“ des Technischen Hilfswerks (THW) Tübingen hat für ihre Ofterdinger Kollegen Brandsätze gebaut, aus denen dramatisch hohe Stichflammen schießen (unser Bild). Für die Feuerwehrmänner ist das eine der seltenen Gelegenheiten, an echten Flammen zu üben, für die Mössinger Zuschauer ein optisches Ereignis.

Der Hausmeister, der den Alarm ausgelöst hat, weiß von 20 bis 25 Arbeitern, die sich noch in den unteren Stockwerken der Pausa befinden. Atemschutzgeräteträger verschaffen sich im verqualmten Gebäude einen Überblick, während das angeforderte Deutsche Rote Kreuz auf dem Parkplatz zwei regenfeste Stationen aufbaut. Eine, an der ein Notarzt die ankommenden Verletzten „sichtet“, und eine Verletztensammelstelle an der Straße. Damit die ankommenden Rettungswagen günstig halten können, erklärt Herbert Müller, Einsatzleiter des DRK.

Das THW rückt mit dem Schauffellader an

Der zweite Einsatzort der Übung ist das Kesselhaus, in dem es durch das ausströmende Gas zu weiteren Explosionen kommt. Auch hier werden verletzte oder vielleicht verschüttete Personen vermutet. Das ruft das Team des Ofterdinger THW mit schwerem Gerät auf den Plan. Ihr Schaufellader räumt den groben Bauschutt zur Seite, der den Zugang versperrt. Erst danach kann die Feuerwehr über die Drehleiter zwei Verletzte retten, die oben auf dem Tank ausharren. Die Türe des komplett verrauchten Kesselhauses, die von herumfliegenden Brocken blockiert scheint, öffnen die THWler mit dem Trennschneider. Für noch härtere Trümmer wären sie auch mit einer Betonkettensäge oder einem Plasmaschneider gerüstet gewesen, sagt THW-Übungsleiter Harald Schwerdtle.

Die Polizei halte sich bei solchen Einsätzen im Hintergrund, erklärt Hauptkommissar Jürgen Adam, der Leiter der Mössinger Polizeidienststelle. Ihre Aufgabe sei es, die Rettungsräume verkehrsfrei zu halten und – so nötig – die Bevölkerung zu evakuieren. Die anschließende Ermittlung der Brandursache sei Sache der Kriminalpolizei.

Anders als in früheren Jahren, in denen der Übungsablauf wie in einem Drehbuch festgeschrieben war, habe man das Szenario für die diesjährige Hauptübung bewusst offen gehalten, informiert Feuerwehr-Presseprecher Thomas Lauria. Absicht sei, so viel Einsatzechtheit wie möglich zu simulieren. Bei einem wirklichen Brand wisse man auch nichts vorher und müsse in kürzester Zeit die richtigen Entscheidungen treffen.

Eine Übung mit so vielen beteiligten Hilfgruppen hätte Martin Flur als einzelner Einsatzleiter gar nicht alleine koordinieren können, erklärt Lauria. Es war ein ganzes Leitungsteam, bei dem im Einsatzleit-Wagen die Funkinformationen aus den Einsatzabschnitten zusammenflossen.

Jede Hilfsgruppe hat eigenen Beobachter

Laufend wurde auf einem Situationsplan der Übungsablauf dokumentiert und aktualisiert, etwa wenn einzelne Fahrzeuge zu früh ankamen oder die Feuerwehr einen für das THW bestimmten Verletzten schon „weggerettet“ hatte. Weil situationsoffene Übungen dieser Art bis jetzt selten sind, hatten Feuerwehr, DRK und THW eigene Übungsbeobachter beauftragt. Auf ihre Kritik und Vorschläge sei man schon jetzt gespannt, so Lauria. Am kommenden Dienstag wird in einer abschließenden Versammlung im Feuerwehrhaus Bilanz gezogen.

Rechnet man alle Leute mit, die an den Vorbereitungen beteiligt war, als „Verletzte“ mitmachten oder im Feuerwehrhaus Dienst taten, waren 300 Menschen an der Übung beteiligt.

Landkreisweit größte Feuerwehrhauptübung auf dem Mössinger Pausa-Gelände
Keine Angst, das war nur eine Probe, wenn auch ausnahmsweise eine mit echten Flammen: Sprengstoffexperten vom Technischen Hilfswerk hatten für die Feuerwehr-Hauptübung auf dem Mössinger Pausa-Gelände eine Explosion mit neun Ladungen gebastelt. Bild: Franke

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18.10.2010, 12:00 Uhr

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