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Fremdkörper in der Landschaft

Landratsamt: Kein Hütten-Charakter gegeben

Das Landratsamt Freudenstadt lehnt die geplante Hütte auf der großen Waldrodung nahe des „Adrionshof“ aus zwei Hauptgründen ab: Wegen der schieren Größe und weil sie zweigeschossig realisiert werden soll.

15.09.2010
  • Monika schwarz

Freudenstadt. Das Landratsamt Freudenstadt begründet die Ablehnung der Baugenehmigung mit diesem Wortlaut: „Bereits mit Schreiben vom . . . haben wir darauf hingewiesen, dass wir wegen der deutlich vergrößerten Kubatur des Gebäudes und des zweiten Geschosses Bedenken haben. . . Die bereits bekannten Bedenken werden unter anderem auch von der Unteren Naturschutzbehörde und von der Unteren Forstbehörde geteilt.“

Als „sonstiges“ Vorhaben könne die Hütte nur zugelassen werden, wenn durch die Ausführung oder durch die Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt würden und die Erschließung gesichert sei. Eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange liege insbesondere dann vor, „wenn die Hütte die natürliche Eigenart der Landschaft beeinträchtigt“.

Eine derartige Beeinträchtigung der natürlichen Landschafts-Eigenart sei schon dann gegeben, wenn ein Vorhaben der vorgegebenen Bodennutzung der Außenbereichslandschaft widerspreche und deshalb einen Fremdkörper in der Landschaft bildet. Dabei komme es nicht darauf an, ob das Vorhaben verdeckt oder auffällig sichtbar in Erscheinung tritt. Es komme nämlich nicht auf die optische, sondern auf die „funktionelle Abweichung des Vorhabens von seiner Umgebung“ an.

Das Landratsamt Freudenstadt bezieht sich in seiner Ablehnungsbegründung auch auf die „Hüttenkonzeption Nordschwarzwald“. So seien einzelne Hütten im Außenbereich ermöglicht worden, weil hierfür ein Bedarf bestehe und weil es sich zum anderen um typische Hütten handele, die als solche detulich in Erscheinung treten.

Durch die geänderte Planung, insbesondere die Zweigeschossigkeit mit Verglasung, sei im betreffenden Fall der Hüttencharakter nicht mehr gegeben. Das Gebäude sei ausgehend von seiner Erscheinungsweise als Wohngebäude und von seiner Nutzung her schon als Gaststätte einzustufen.

Ein solches Gebäude sei auf der Basis der „Hüttenkonzeption Nordschwarzwald“, in der auch der vorliegende Standort enthalten ist, freilich nicht mehr abgedeckt. Das Landratsamt hegt auch schwerwiegende Bedenken, einen Präzedenzfall mit ungekannten Folgen zu schaffen: „Im Rahmen der Hüttenkonzeption wurden bisher auch keine zweigeschossigen Hütten genehmigt. Mit der Genehmigung der vorliegenden Planung würde somit ein Präzedenzfall geschaffen, welcher zu einer Ungleichbehandlung führen würde und entsprechende Nachfolge-Anträge zur Folge hätte.“

Fazit: Die geplante Hütte beeinträchtige die natürliche Eigenart der Landschaft und das unmittelbar angrenzende Landschaftsschutzgebiet „Ödenwald“. Dem Vorhaben stünden damit öffentlich-rechtliche Belange entgegen.

Das Landratsamt gibt sich unter bestimmten Voraussetzungen auch kompromissbereit: Und zwar dann, wenn der Bauherr sich noch bereit fände, „die Planung des Gebäudes auf eine eingeschossige Nutzung zurückzunehmen und die Gestaltung so zu ändern, dass ein typischer Hüttencharakter gegeben ist“.

Wanderhütte auf Eis

Landratsamt: Kein Hütten-Charakter gegeben
Per Computersimulation hier in eine eher willkürlich gewählte Alpen-Szenerie gestellt: Die Ansicht jener Wanderhütte, wie sie sich der Hotelier Stefan Göckelmann vom „Adrionshof“ auf seiner Wald- und Wiesen-Flur exakt vorstellt.Repro: mos

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15.09.2010, 12:00 Uhr

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