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Lang-Lkw sorgen für Zoff
Ein Mercedes-Benz-Lang-Lkw bei Sindelfingen. Foto: dpa
Verkehrspolitik

Lang-Lkw sorgen für Zoff

Die Genehmigung der neuen Riesenlaster ist in der Bundesregierung sehr umstritten.

03.01.2017
  • DPA

Berlin. Die Fahrt von überlangen Lastwagen auf Deutschlands Straßen sorgt für Streit in der Bundesregierung. Die Entscheidung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), den Lang-LKW in den Regelbetrieb gehen zu lassen, sei innerhalb der Bundesregierung nicht abgestimmt und eine schwerwiegende umwelt- und verkehrspolitische Fehlentscheidung, teilte der Staatssekretär im SPD-geführten Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth mit. „Die Auswirkungen des Lang-Lkw, seine Umweltbelastungen wie auch die Auswirkungen auf den Schienenverkehr sind noch nicht ausreichend untersucht.“

In Deutschland dürfen überlange Lastwagen seit Jahresbeginn regulär auf bestimmten Straßen fahren. Das Straßennetz, auf dem die Riesen-Laster unterwegs sind, ist derzeit fast 11 600 Kilometer lang. Die sogenannten Gigaliner können bis zu 25,25 Meter lang sein, das sind 6,5 Meter mehr als die bisher erlaubte Lkw-Länge. Sie dürfen – wie herkömmliche Lkw auch – bis zu 44 Tonnen schwer sein. Für drei von fünf Gigaliner-Typen sind die Befristungen aufgehoben. Für die beiden anderen Typen wird die Versuchsphase verlängert.

„Die Verlängerung des Probebetriebes um einen so langen Zeitraum wird dazu führen, dass in den nächsten Jahren 80 000 dieser Fahrzeuge auf deutschen Straßen eingesetzt werden“, kritisierte Flasbarth. „Damit werden durch das Verkehrsministerium Fakten geschaffen, die mit EU-Recht nicht vereinbar sind.“ In der EU sei der Regelbetrieb für den Lang-Lkw mit Sattelauflieger nicht zugelassen.

Zudem werde das Ziel, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern, konterkariert. „Die Verkehrspolitik versagt seit Jahrzehnten im Klimaschutz“, urteilte Flasbarth. Mit der Verlängerung des Probebetriebes für den Lang-Lkw werde eine Schwächung der Schiene und damit des Klimaschutzes in Kauf genommen. Dobrindt hatte Mitte Dezember ein positives Fazit gezogen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen kam zu dem Schluss, dass zwei Fahrten mit Lang-Lkw drei Fahrten mit herkömmlichen Lkw ersetzen können. dpa

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03.01.2017, 06:00 Uhr

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