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Mannheim

Lange Haftstrafen wegen Drogenhandels

Die Story könnte Stoff einer TV-Serie sein: Elf Männer kaufen tonnenweise Chemikalien und stellen Drogen her. Vier sind nun verurteilt worden.

16.04.2016
  • DPA

Mannheim. Im Mannheimer Prozess um den Handel mit Drogen im Wert von mehreren Millionen Euro sind vier Männer zu Haftstrafen verurteilt worden. Gegen zwei verhängte das Landgericht am Freitag eine Strafe von neun Jahren Gefängnis, ein dritter erhielt zwölf Jahre und zehn Monate. Der vierte Angeklagte wurde wegen Beihilfe zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Die Richter folgten zwar nicht den Anträgen der Staatsanwälte, die zeigten sich aber zufrieden mit der Entscheidung. "Wir hatten zwar etwas höhere Strafen gefordert, aber ich denke nicht, dass wir Rechtsmittel einlegen werden", sagte Oberstaatsanwalt Jochen Seiler.

Der Ausmaß des Prozesses war enorm. Nach 52 Verhandlungstagen sahen es die Richter nun als erwiesen an, dass die Männer über angeworbene Kuriere Chemikalien in ein niederländisches Labor geschmuggelt haben. Das fertige Produkt haben sie in Mannheim und Berlin verkauft. Bei einer Razzia in Ludwigshafen stellten Fahnder fast 150 Kilogramm Amphetamin sicher - eine der größten Mengen, die in Deutschland je entdeckt wurden.

Die Männer standen seit September 2015 vor Gericht. Weil ein erster Prozess ausgesetzt wurde, dauerte die Untersuchungshaft lang: Zwei Jahre und sechs Monate warteten sie auf ihre Urteile. Insgesamt soll die Bande aus elf Männern bestanden haben. Vier sind bereits verurteilt, bei drei weiteren läuft das Verfahren noch. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters Gerd Rackwitz fand das Verfahren auch deshalb unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt, weil die Familien zweier Prozessbeteiligter mit Schusswaffen bedroht worden waren.

Der Prozess war auch in anderer Hinsicht ungewöhnlich: "Mancher Prozessbeteiligter ließ jegliche Umgangs- und Höflichkeitsformen vermissen", klagte Rackwitz. So habe ein Verteidiger das Gericht in den sozialen Medien als "fünften großen Schlafwagen" bezeichnet. Ein solches Verhalten erwarte man eher bei einer pubertierenden Schulklasse. "Eine Vielzahl der Anträge war sachlich nicht notwendig und teilweise unbegründet.

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16.04.2016, 06:00 Uhr

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