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Glosse

Langsame Verunsicherung

Unter den für ihre Langsamkeit berühmten Schnecken ist die Bananenschnecke die langsamste. Zehn Zentimeter schafft das Tier in der Stunde.

27.03.2018

Von THOMAS BLOCK

Eine Bananenschnecke beim gemächlichen Spaziergang. Foto:© Dee Golden/Shutterstock.com

Tokio. Es bildet damit den zoologischen Gegenpart zum Geparden, der bis zu 120 Stundenkilometer rennen kann. Als Jägerin ist die Bananenschnecke damit ungeeignet, dafür bringt die Langsamkeit andere Vorteile: Schnecken sterben seltener an Herzinfarkten, planen ihre Wege gründlicher und verlaufen sich seltener.

Das Erfolgsmodell „Entschleunigung“ wurde in Behörden und im Kundenservice der Bahn übernommen. Die müssen meist auch nicht jagen, da bietet sich das an. Als weiterer Vorteil gilt die Sicherheit. Wer zu schnell mit dem Tacker hantiert, läuft Gefahr, sich an der Hand zu verletzen. So die Theorie.

In der Praxis hat ein Vorfall in Tokio gezeigt, dass Langsamkeit nicht vor Unfällen schützt. Dort entgleiste die nach Angaben des Arakawa-Freizeitparks langsamste Achterbahn des Landes (Spitzengeschwindigkeit: 13,4 km/h). Die Passagiere haben davon erst gar nichts mitbekommen, der Unterschied von langsam zu stehend war nicht sehr markant, die Panik wird als „verhalten“ beschrieben. Nach Fukushima könnte dies die zweite japanische Katastrophe sein, die deutsche Strukturen umwirft. Ein Finanzamt-Sonderkommando diskutiert nun – ganz langsam – die Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit. Aus Sicherheitsgründen. Thomas Block

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Erstellt:
27. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. März 2018, 06:00 Uhr

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