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Lars Zender erhielt den Württembergischen Krebspreis
Stephanie Weißinger
Die Achillesferse des Tumors

Lars Zender erhielt den Württembergischen Krebspreis

Wie kann man Tumorerkrankungen bekämpfen? Neue Wege der Krebsmedizin standen am Montag im Mittelpunkt bei der Verleihung des Württembergischen Krebspreises.

13.10.2014
  • Angelika Bachmann

Tübingen. Preisträger ist der Tübinger Onkologe Prof. Lars Zender. Er ist Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Spezialist für Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Für seine Forschungen erhielt er bereits den Leibnizpreis und den Deutschen Krebspreis – jetzt den Württembergischen Krebspreis der Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung, dotiert mit 50.000 Euro.

Die Hoffnung in der Krebsmedizin liegt derzeit darin, nicht etwa ein einziges wirkungsmächtiges Medikament zu finden, sondern Tumorerkrankungen mit mehreren unterschiedlichen Therapien in Schach zu halten und zu chronischen Krankheiten werden zu lassen. Einen innovativen Ansatz verfolgt Zender hierbei in seiner Forschung. Er sucht, wo Tumore verwundbar sind – wo sie ihre Achillesferse haben, so Zender. In der Fachsprache heißt das: „systemische Lethalität“.

Eine solche Achillesferse haben Zender und sein Forschungsteam an der Medizinischen Klinik bei Leberzelltumoren entdeckt. Diese Tumorerkrankung stellt weltweit die dritthäufigste Krebstodesursache dar, die Therapiemöglichkeiten sind eingeschränkt: Kann der Tumor nicht mehr chirurgische entfernt werden, bleibt nur eine Therapiesubstanz, deren Wirkung allerdings nach wenigen Monaten nachlässt: Der Tumor findet eine Strategie, die Wirkung des Medikaments zu umgehen und trotzdem zu wachsen.

In Zusammenarbeit mit dem Tübinger Pharmazeuten Prof. Stefan Laufer hat Zender eine Therapie entwickelt, die die Verwundbarkeit im Genom des Tumors ausnutzt. In einer kombinierten Therapie mit dem herkömmlichen Therapeutikum konnte gezeigt werden, dass das Tumorwachstum deutlich eingeschränkt wird. Die Forschergruppe arbeitet daran, ähnliche verwundbare Zielstrukturen bei Tumoren der Bauchspeicheldrüse und des Gallenwegs zu finden.

Mit dem Nachwuchspreis in Höhe von 10.000 Euro wurde der Ulmer Onkologe Dr. Patrick Schuler ausgezeichnet. Sein Spezialgebiet sind Tumore des Kopf-Hals-Bereichs. Schuler hat gezeigt, welchen Einfluss Chemotherapien auf das Immunsystem haben können. So sind zum Beispiel T-Helferzellen bei vielen Krebspatienten auch Jahre nach der Chemotherapie noch stark reduziert, die regulatorischen und Immunsystem hemmenden Zellen überrepräsentiert. Das könne dazu führen, dass Rezidive oder das Auftreten von Zweittumoren begünstigt werden, so Schuler.

Den Nachwuchs-Sonderpreis in Höhe von 2500 Euro erhielt Stephanie Weißinger aus Ulm. Sie beschäftigt sich mit dem genetischen Profil bösartiger Zellen des schwarzen Hautkrebses. Überreicht wurden die Preise vom Vorsitzenden der Stiftung, Prof. Claus Claussen. Den Festvortrag hielt der Tübinger Genetiker Prof. Olaf Rieß über die Bedeutung neuer Sequenziermethoden für die Krebsmedizin.

Lars Zender erhielt den Württembergischen Krebspreis
Lars Zender

Lars Zender erhielt den Württembergischen Krebspreis
Patrick Schuler

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13.10.2014, 12:00 Uhr

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