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Lebensmittel online bestellen und am Bahnhof mitnehmen

Lasagne aus der Abholbox

Test im Stuttgarter Hauptbahnhof: Kunden ordern online, was dann in einem Automaten bereitgestellt wird.

04.04.2017
  • DPA

Stuttgart. Der Bahn-Manager hält einen Handy-Code vor einen Scanner und ein Fach der neuen Lebensmittel-Abholstation „Bahnbox“ öffnet sich. Drin liegen Lasagne und Nudeln. Die Werbeveranstaltung im Stuttgarter Hauptbahnhof ist ein weiterer kleiner Schritt im digitalen Wandel des Handels. Die Lebensmittelbranche ist noch wenig betroffen von den neuen Konsumentengewohnheiten: Während die Online-Konkurrenz stationären Buchläden oder Klamottengeschäften zusetzt, liegt der Versandhandel mit Nahrung nur bei etwa 1 Prozent am Lebensmittel-Gesamtumsatz.

Mit der Stuttgarter Bahnhofsbox will nun Edeka Südwest ein digitales Ausrufezeichen setzen. In der Stadt bringt nun ein Edeka-Markt die im Internet bestellten Waren zu der acht Meter breiten und zweieinhalb Meter hohen Aufbewahrungswand mit 52 Fächern. 7000 Produkte können bestellt werden – ob Fleisch, Milch, Salat oder Eis. Bestellt ein Kunde bis sechs Uhr morgens, so kann er die Ware zwischen 10 und 14 Uhr abholen. Zudem gibt es ein Zeitfenster zwischen 15 und 22 Uhr. Der Service sei praktisch und zeitsparend, wirbt die Bahn.

Es ist die erste Supermarkt-Abholbox an einem Bahnhof in Deutschland, im Mai soll eine ähnliche Station am Berliner Ostbahnhof aufgestellt werden. Die Preise für die Produkte sind ähnlich wie im Supermarkt, pro Bestellung ist aber eine Service-Pauschale von 2,95 EUR fällig.

Branchenexperten äußern sich zurückhaltend zu den Erfolgsaussichten des Pilotvorhabens. „Das ist eine interessante Idee“, sagt der Handelsexperte Sascha Berens vom Kölner Handelsinstitut EHI. Es sei gut, dass der Handel solche Erprobungen macht. „Aber ob die Verbraucher dies annehmen, muss die Zeit zeigen.“ Ähnliche Projekte scheiterten schon.

Sabine Hagmann vom Handelsverband Baden-Württemberg findet es positiv, dass neue Wege zum Kunden ausprobiert werden. Kritisch sieht sie aber, dass sich der Staatsbetrieb Bahn hier in den scharfen Wettbewerb des Handels einmische: „Am Hauptbahnhof gibt es bereits andere Lebensmittel-Verkaufsstationen, die hohe Mieten zahlen.“ dpa

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04.04.2017, 06:00 Uhr

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