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Lauda wettert
Ungemütlich ist es derzeit im Weltmeister-Team: Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und Aufsichtsratschef Niki Lauda (rechts) stehen nach Nico Rosbergs überraschendem Abgang im Regen. Foto: Starpix / Alexander Tuma
Formel 1

Lauda wettert

Mercedes ist wie aus dem Nichts zur Suche nach einem Ersatz für Weltmeister Nico Rosberg gezwungen – und sieht dessen plötzlichen Rücktritt daher durchaus kritisch.

05.12.2016
  • SID

Formel 1. Niki Lauda verspürte keine große Lust, seine Enttäuschung zu verbergen. Der völlig unerwartete Rücktritt von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg hatte bei Mercedes ganz plötzlich eine gewaltige Lücke gerissen, und der Aufsichtsratsboss des Rennstalls ließ keinen Zweifel: Zeitpunkt und Umstände des Abschieds sorgen für Unmut.

Bei Mercedes fühlt man sich überrumpelt. „Wir haben noch nichts, keine Lösung“, sagte der dreimalige Weltmeister in einem Interview mit der Welt am Sonntag, „wir stehen voll im Regen ebenso wie unsere 1200 Mitarbeiter, für die wir verantwortlich sind.“

Lauda respektiert Rosbergs Rückzug ins Privatleben, dessen „einsamen Entschluss“, dennoch: Keine vier Monate vor der neuen Saison mit den umfangreichen Regeländerungen müssen die Dominatoren der vergangenen Jahre plötzlich ihre Planungen umschmeißen. Und Bewerbungen einholen.

„Das Thema Fahrerstabilität – ein Doppelweltmeister und ein Weltmeister, also die beste Fahrerpaarung der Formel 1 – ist weg. Wir haben ein neues Auto, bei dem wir jetzt noch nicht wissen, wohin die Reise geht und dazu jetzt noch eine Riesenunsicherheit bei den Fahrern. Kurzum: Wir befinden uns in dem für mich schlechtesten, möglichen Zustand“, führte Lauda aus und sprach von einem „Riesenloch“, das Rosberg mit seiner Entscheidung bei Mercedes gerissen habe.

Wohl erst zwei Tage nach dem Titelgewinn, am Dienstag also, hatte Rosberg Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in Kenntnis gesetzt. „Und da wusste ich es dann genau“, sagte Rosberg, „ich musste es erst mal aussprechen, um mir selbst ganz sicher zu sein.“

Bis Weihnachten, so Lauda, will Mercedes nun den Nachfolger finden, steht damit jedoch vor einer höchst komplizierten Aufgabe. Selbst nach der Reglement-Änderung für 2017 bleibt der Silberpfeil zwar der begehrteste Arbeitsplatz in der Königsklasse. Doch die Möglichkeiten sind limitiert, denn die Top-Piloten stehen allesamt bei der direkten Konkurrenz unter Vertrag. So habe Red-Bull-Teamchef Christian Horner sich bereits per SMS gemeldet: „Er meinte, wir sollen gar nicht erst über Max Verstappen und Daniel Ricciardo nachdenken.“ Und ob Sebastian Vettels wirksame Ausstiegsklausel bei Ferrari mehr als eine Spekulation der italienischen Medien ist, bleibt abzuwarten.

Toto Wolff stellte bereits klar: „Es gibt ein paar Kandidaten, die eindeutig nicht verfügbar sind: Max Verstappen und Daniel Ricciardo von Red Bull, Sebastian Vettel von Ferrari. Alle anderen müssen wir analysieren.“ Die einfachste und logische Lösung wäre Pascal Wehrlein, der in diesem Jahr sein Formel-1-Debüt bei Manor gab. Der 22-Jährige ist Mercedes-Vertragsfahrer, er kennt das Team und den Silberpfeil, und er hat noch kein Cockpit für die kommende Saison. Der finnische Williams-Pilot Valtteri Bottas wird ebenfalls gehandelt, Sergio Perez scheint eine Möglichkeit zu sein, Nico Hülkenberg (Renault) dagegen nicht. sid

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05.12.2016, 06:00 Uhr

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