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Lawless Heart

Drama über die Reaktion der Hetero-Umwelt auf den Tod eines Schwulen und den Umgang mit dessen Partner.

Drama über die Reaktion der Hetero-Umwelt auf den Tod eines Schwulen und den Umgang mit dessen Partner.

LAWLESS HEART
GB

Regie: Neil Hunter, Tom Hunsinger
Mit: Douglas Henshall,Tom Hollander,Bill Nighy

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015

Das Wörtchen Kult sollte man keinesfalls inflationär gebrauchen. Aber "Heimler" - der hat das Zeug zum Kult. Ganz auf sich und die Mundpropaganda gestellt, erarbeitet sich der sympathische Heimatfilm des Reutlingers Bernhard Koch eine fast täglich größer werdende Fangemeinde.

Zugegeben: Bis jetzt ist das Heimler-Fieber ein rein regionales. Bei heimischen Events - der Reutlinger Premiere im vorigen Oktober, der aktuellen Tournee kreuz und quer durch Schwaben - hagelt es regelmäßig herzlichen Beifall für das doppelbödige Werk. Das mag auch mit der festen Verankerung des Films und seiner Macher in hiesigen Gefilden zu tun haben.

"Heimler" ist die visuelle Moritat über den so sympathischen wie einfältigen Älbler Gerhard, der einen neuen, ans Schwachsinnige grenzenden Volksmusik-Stil kreiert - den Heimler eben (ein Hörbeispiel gibt’s bei www.starpatrol.de). Gleichwohl steigt er mit diesem kruden Singsang ("Hosch dei Guck drbei") zum Heilsbringer und umjubelten Star der Szene auf bis ihm ein wackerer Liedermacher alter Schule die Wahrheit über sein Gesülze vor den Latz knallt. Für Lokalkolorit sorgen ferner etliche in Nebenrollen chargierenden Reutlinger Kulturgrößen wie Daddes Gaiser (Rocklegende), Dominik Kuhn (Musikproduzent) und Thomas Felder (Liedermacher).

Wer nur flüchtig hinschaut, könnte den Film leicht als einen Jux überkandidelter Filmamateure missverstehen. Schwächen im Schauspielerischen - es waren ausschließlich Laien am Werk - mögen diesen Verdacht sogar bestätigen. Doch derlei Kleinlichkeiten verstellen den Blick aufs Wesentliche: auf einen fast genialischen Mix aus artifiziellem Trash, augenzwinkernd verabreichter Medienkritik und massiver menschlicher Tragik. Vollends zum Augenschmaus macht ihn die sich an irrwitzigen Details festsaugende Kamera von Ivan Blatny.

Schwäbisches Tagblatt, 10.7.2001

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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