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Treffpunkt Tübingen

Le risonante sfere in der Jakobuskirche

Tübingen. Man könnte sagen, es war eine Art Jam Session unter barocken Vorzeichen. Acht Berufsmusiker(innen), die sich seit Jahren immer wieder in den unterschiedlichsten Ensembles bei den verschiedensten „Muggen“ begegnen, verabreden: Am Sonntag, 30. September, treffen wir uns in der Jakobuskirche zu einem Konzert.

02.10.2012

„Zur Ergötzung der Zuhörer wie der Musici“, wie auf dem Programmzettel stand.

Ein Großteil der Musici kennt sich vom Münchner Alte-Musik-Ensemble L’arpa festante: der Violinist Michael Gusenbauer, die Geigerin und Blockflötistin Katja Schönwitz, die beide an der Mössinger Musikschule unterrichten, Bratscher Max Bock und Cellistin Barbara Rieger aus Tübingen. Beim Auftritt des Ensembles „Le risonante sfere“ am Sonntag kamen noch die Tübinger Violinistinnen Simone Eberle und Bettina Harke hinzu, außerdem Jakobus-Kantorin Tabea Flath am Cembalo und Joachim Klages von Streit am Violone.

Ein opulentes, anderthalbstündiges Barock-Programm auf historischen Instrumenten. In den drei Violin-Concerti von Vivaldi (op. 3/1 D-Dur RV 549, op. 7/2 G-Dur RV 299, op. 3/8 a-moll RV 522) wechselten sich die bis zu vier Violinen bei den Soli ab. Das ad-hoc-Ensemble agierte erstaunlich gut aufeinander eingespielt: Impulse wurden aufgegriffen und weitergegeben, der energetische Fluss gemeinsam getragen. Der Funke sprang über auf die knapp 100 Zuhörer – der Spaß am Zusammenspiel, die Lust an den virtuosen Herausforderungen. Die Ecksätze hatten elektrisierend federnde Tempi. Die Largo-Sätze gefielen mit süßem Pianissimo und basslos schwebenden Kantilenen.

Insgesamt hätte man das Programm etwas kürzen können. Zumal Telemanns fast 30-minütige Ouvertüre a-moll (TWV 55:a2) hatte ihre Längen. Wie auch bei Bach steht der Titel für eine französische Tanzsuite, die durch eine Ouvertüre eröffnet wird. Bei allem Anmut und Esprit der Altblockflöte (Katja Schönwitz), bei aller tänzerischen Leichtigkeit des Ensembles hätte in diesem Rahmen vielleicht auch eine Auswahl der originelleren Sätze genügt. Ebenso hätte man eins der Violin-Konzerte gegen ein Flöten-Concerto austauschen können.

Ein Höhepunkt war Telemanns Bratschenkonzert G-Dur, herausgehoben auch durch das gemütvollere, intime Bratschentimbre. Max Bock gab der Partie Seele und Tiefe, die mit ihrem Charme auch auf die bravourösen Seiten des Werks ausstrahlten.

Zuletzt fand das gesamte Oktett noch einmal zusammen in einem der berühmtesten Vivaldi-Concerti (op. 3/8) und zündete ein letztes Feuerwerk an schmelzenden Melodien und stürmendem Laufwerk.ach

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02.10.2012, 12:00 Uhr

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