Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Gemeinsam für Kinder in Kenia

Leben, Entwicklung und Zukunft in Freiheit

Seit seinem ersten Kenia-Aufenthalt 2005 setzt sich der Jettenburger Jonas Puhm intensiv für Entwicklungshilfe ein. Er gründete den Förderverein „Uhuru“, der mittlerweile 64 Mitglieder zählt.

26.06.2012
  • Toni Mey, 18

Jonas Puhm war 18 Jahre alt und Artist beim Tübinger Kinder- und Jugendzirkus Zambaioni, als sein Interesse für Afrika geweckt wurde: Bei einem Festival traten auch äthiopische Künstler auf. Die Chance, Afrika hautnah zu erleben, ergab sich für ihn jedoch erst 2005. Jonas Puhm, damals 22, studierte Sozialpädagogik an der Dualen Hochschule in Stuttgart – ein dreimonatiges Praktikum stand an.

Den Kontakt zu der kleinen lokalen Kinderhilfsorganisation „Uhuru Community Development Project“ in der westkenianischen Provinzhauptstadt Kisumu bekam er nur zufällig, sodass er „last minute“ und ohne Vorbereitungen in dieser fremden Welt landete. Sein neues Zuhause war die Familie des kenianischen Sozialarbeiters Davies Okombo, der ohne fließendes Wasser und Strom im gleichen Armutsviertel lebt, in dem er sich auch für die Kinder und Jugendlichen einsetzt.

Da es kein Büro gab, waren die beiden tagein, tagaus auf den Straßen des Armutsviertels Manyatta und in der Innenstadt unterwegs, wo Jonas Puhm unmittelbar mit dem krassen Alltag der Kinder konfrontiert wurde. Zum Alltag der Familien und der vielen Aids-Waisen und Straßenkinder gehörte die Frage, wie man den morgigen Tag übersteht. „Wo soll man hier überhaupt anfangen zu helfen? Und sind nicht alle Anstrengungen zu helfen letztendlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein?“, fragte sich Puhm.

Zwei Erfahrungen haben ihm geholfen, mit der Situation umzugehen und seine Motivation nachhaltig zu aktivieren. Zum einen die lebensfrohe, offene und gastfreundliche Art der Menschen, denen er begegnete, und zum anderen die Arbeitsweise und Einstellung von Davies Okombo, dem es mit viel Herz, Professionalität und Kreativität gelang, mit kleinen finanziellen Ressourcen viel zu erreichen. So konnte er Jonas Puhm deutlich machen, was solche „Tropfen auf den heißen Stein“ für die Menschen bedeuten können. So wurde auch die Idee für die Gründung des Fördervereins „UHURU e.V.“ in Deutschland geboren, der seit November 2005 bis heute in enger Partnerschaft mit Davies’ kenianischer Organisation „Uhuru Community Development Project“ im kleinen Rahmen und auf direktem Wege Entwicklungshilfe leistet.

„Uhuru“ heißt Unabhängigkeit

„Uhuru“ bedeutet in der kenianischen Landessprache Kiswahili so viel wie Freiheit oder Unabhängigkeit. „Community Development“ steht für gemeinwesenorientierte Entwicklungshilfe. Der enge Kontakt und Austausch wird durch Praktikanten und Besuche aufrechterhalten, und so war Puhm bereits neun Mal vor Ort, und 40 Praktikanten aus Deutschland unterstützten seither die Arbeit.

Im Fokus der kenianisch-deutschen Zusammenarbeit stehen die Kinder und Jugendlichen in Kisumu, die ohne Eltern aufwachsen und oft arbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen. Ohne Schulbildung ist es nämlich kaum möglich, auf legalem Weg aus dem Armutskreislauf auszubrechen.

Als sehr effektiv hat Jonas Puhm ein Mikrokeditprogramm erlebt. 20 Mütter erhielten Kredite von umgerechnet 70 Euro und Hilfe beim gemeinsamen Aufbau eines Marktes im Slum. Damit gelang es den Frauen, selbständig die Schulbildung ihrer Kinder zu finanzieren. Es werden zwar für die Grundschule seit 2001 keine Schulgebühren mehr verlangt, aber dennoch müssen die Familien für Schulmaterial und die obligatorischen Uniformen aufkommen. Daher werden in der organisationseigenen Schneiderausbildung Schuluniformen hergestellt und verteilt.

Auf das Dilemma, dass der Besuch des kostenpflichtigen Kindergartens eine weitere Voraussetzung für den Schulbesuch ist, reagiert „Uhuru“ mit einem 2011 neu gegründeten Kindergarten mit 40 Plätzen, der aktuell eine große finanzielle Herausforderung darstellt. Der Verein „Uhuru“ versteht sich außerdem als Anwalt der Straßenkinder und sorgt dafür, dass diese vom Gesetz her fair behandelt werden und so in manchen Fällen sogar der Todesstrafe entgehen.

Die finanzielle Unterstützung der Projekte in Kenia stellt für die Vereinsmitglieder, die sich ausschließlich ehrenamtlich engagieren, eine große Herausforderung dar, aber der intensive und sehr interessante Austausch mit dem kenianischen Partner und die Effekte der Arbeit in Kenia motivieren.

Jonas Puhm macht momentan berufsbegleitend einen Masterstudiengang in Internationalem Management für Nonprofit-Organisationen. Als den wichtigsten Erfolgsfaktor für entwicklungspolitisches Engagement sieht er, einen Partner im Zielland zu haben, auf den man sich fachlich und persönlich 100-prozentig verlassen kann.

Info: Der Verein „Uhuru“ist auf Spenden angewiesen: UHURU e.V., Kontonummer 920 277 00, BLZ 600 100 70, Postbank Stuttgart.

Leben, Entwicklung und Zukunft in Freiheit
Jonas Puhm (links), Gründer des Fördervereins Uhuru, bei einem Besuch in Kenia.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

26.06.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball