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Lebens-Krisen
Glosse

Lebens-Krisen

24.03.2018
  • GERLINDE BUCK

Ulm. Früher begann der Ernst des Lebens pünktlich mit dem Schuleintritt. Lustig wurde es anschließend nur noch punktuell und aus übermenschlicher eigener Kraftanstrengung. Heute hingegen ist das Leben eine wohlgeordnete Abfolge von Krisen. Der gute alte Mittlebenskater ist längst nur noch eine von vielen Perlen in der Krisen-Kette. Auf den Abstill-Blues folgen Vorschul-Depression und Grundschul-Tief, auf den Gymi-Schock inklusive Prä-, Hoch- und Postpubertärskoller der vorzeitige Abi-Verdruss und schließlich die Studien- und Berufsqual, die schnurstracks mündet in die Quarter-Life-Crisis, ein bislang angeblich sträflich unterschätztes Massenphänomen. Was freilich auch daran liegen mag, dass zumindest die meisten Menschen in unserem Umfeld längst im Two-Thirds-Life-Crisis-Stadium weilen. Dergestalt, dass die Sanduhr des Daseins längst umgedreht ist, es aber immer noch so zehn, 15 Jahre bis zur Rente sind, es sei denn, man erbt vor 68 noch die ein oder andere Immobilie mit Lage, Lage, Lage.

Die Zwei-Drittel-Lebenskrise hat aber auch ihr Gutes. Dass wir, Stäubchen vom Staube, sie überhaupt erreicht haben, zum Beispiel. Stoische Frohnaturen sogar ohne jedes nennenswerte Lebensabschnittskrisenbewusstsein. Es gab aber auch gar keine tollen Wörter für jede Form von phasenweisem Unwohlsein. Das chronische Auf und Ab hieß einfach nur: Leben.

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24.03.2018, 06:00 Uhr

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