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„Lederjacken mag ich gar nicht“
Claus Theo Gärtner kehrt noch einmal aus dem Ruhestand zurück und ihm läuft gleich der Hund zu. Er nennt ihn „Dr. Renz“. Foto: dpa
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„Lederjacken mag ich gar nicht“

Claus Theo Gärtner über sein Comeback als Privatdetektiv Matula und weshalb er nicht mehr unter jedem Rolltor durchhechtet.

11.04.2017
  • MARTIN WEBER

Vor vier Jahren hat er die Lederjacke an den Nagel gehängt, jetzt ist er wieder da: Josef Matula, gespielt von Claus Theo Gärtner (73). In der neuen Krimireihe „Matula“, die am 14. April im ZDF beginnt, geht der Privatdetektiv aus Frankfurt mit altem Wohnmobil und dem zugelaufenen Straßenköter „Dr. Renz“ auf Gaunerjagd. Sein erster Fall führt ihn in den Norden auf die Insel Föhr.

Herr Gärtner, nach vier Jahren spielen Sie in einem ZDF-Krimispecial wieder den legendären Privatdetektiv Matula. Kompliment: Die alte Lederjacke passt Ihnen immer noch.

Claus Theo Gärtner: Besten Dank, die habe ich auch schön verwahrt für solche Zwecke. Die hängt bei mir im Schrank ganz vorne, obwohl ich sie privat eigentlich nicht trage.

Sind Sie mehr so der Sakko-Typ?

Das nicht, ich bin schon eher sportlich unterwegs, was meine Garderobe betrifft. Aber Lederjacken mag ich überhaupt nicht, gegen die habe ich eine regelrechte Allergie.

Warum das denn?

Weil mein Großvater eine Leder-Manufaktur betrieben hat und deshalb vieles bei uns zu Hause aus Leder war, inklusive der Klamotten, die ich als Kind getragen habe. Dass meine Windeln nicht auch noch aus Leder waren, war das reinste Wunder (lacht). Ich habe als Kind schon eine Lederjacke getragen, die war viel zu groß für mich, damit sie später auch noch passt. Diese Jacke habe ich verständlicherweise gehasst.

Hatten Sie als Kind Lederhosen?

Natürlich, die Seppelhosen aus Leder, die waren damals ja Standard.

Die Lederjacke passt Matula noch gut, ansonsten ist er aber schon etwas in die Jahre gekommen. Unter jedem Rolltor hechtet er nicht mehr durch …

Das hat er früher auch nicht gemacht, das kam im „Fall für zwei“ ja nur ein einziges Mal vor. Eine berühmte Szene, auf die Sie da anspielen. Die war übrigens reiner Zufall und hatte mit einem Stunt überhaupt nichts zu tun. Ich bin damals nur deshalb unter dem Rolltor durchgehechtet, weil mein Auftrittszeichen zu spät kam. Damals in den Achtzigern wurde ja noch richtig aufwendig auf Film gedreht, und deshalb wollte ich die Aufnahme auf keinen Fall unterbrechen. Das wäre sonst teuer geworden.

Prügel muss Matula immer noch einstecken.

Stimmt, auf die Mütze bekommt er immer noch. Aber er durfte sich ja auch diesmal ein bisschen wehren. Einen Josef Matula verprügelt man schließlich nicht einfach so, da kommt schon was zurück (lacht).

Früher war er im sportlichen Alfa Romeo unterwegs, diesmal in einem Wohnmobil. Hat's Spaß gemacht?

O ja, ich war bis vor Kurzem ja mit einem 12,5 Tonnen schweren Laster unterwegs, ich war mit meiner Frau auf Weltreise. Von daher war das mit dem Wohnmobil kein Problem.

Haben Sie sich mit dem Hund angefreundet, der Matula im Film zuläuft?

Allerdings, ich hätte den am liebsten behalten. Aber da hat die Besitzerin gesagt: „Dann entziehen Sie mir meine Geschäftsgrundlage.“ Bei dem Tier handelt es sich schließlich um einen professionellen Filmhund – der macht das ausgezeichnet, der ist viel beschäftigt.

Apropos viel beschäftigt: Was haben Sie denn die letzten Jahre so gemacht?

Eine ganze Menge. Ich war wie gesagt mit meiner Frau auf großer Tour, bin monatelang durch Afrika gefahren. Ich habe in Basel Theater gespielt und zwischendurch einen Gastauftritt bei „Soko Stuttgart“ gehabt. Ich war also ganz gut ausgelastet, wenn Sie so wollen. Ich habe mit dem „Fall für zwei“ ja nicht aufgehört, um andere Serien zu drehen, sondern um mal was anderes zu machen. Ich bin jedenfalls nicht in ein tiefes Loch gefallen nach über 30 Jahren Matula im „Fall für zwei“.

Haben Sie Matula mal vermisst?

Nein, wirklich nicht. Die Distanz zu der Rolle war all die Jahre über da, ich bin schließlich Schau-Spieler und kein Schau-Seiner.

Werden Sie noch häufig von Leuten auf der Straße angesprochen?

Allerdings, ich werde auch häufig als Matula angesprochen, und das ist auch okay. Selbst mein Bäcker kann sich nicht daran gewöhnen, dass ich nicht Herr Matula bin, und wissen Sie, was das Beste ist?

Sagen Sie es mir.

Meine Gemahlin ist für ihn „Frau Matula“.

Haben Sie noch Kontakt zu den Kollegen, die damals in der Serie die Anwälte und Auftraggeber von Matula gespielt haben?

Vor allem zu Paul Frielinghaus, der 13 Jahre lang den Anwalt Markus Lessing gespielt hat. Wir sind seit vielen Jahren befreundet. Wir waren sogar schon gemeinsam im Urlaub. Sehr zur Verwunderung der Touristen übrigens.

Wieso das?

Na, weil das schon komisch aussieht, wenn auf irgendeiner thailändischen Insel plötzlich Lessing und Matula vorbeispazieren. Da denkt natürlich jeder, da wird gedreht, und sucht die Kamera.

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11.04.2017, 06:00 Uhr

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