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Lehren aus dem Völkermord
Katja Riemann spielt am Theater in Freiburg. Foto: A9999/_Horst Ossinger/Rolf Venne
Justiz-Stück

Lehren aus dem Völkermord

Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind schwer zu ahnden. Das zeigt ein Theaterprojekt in Freiburg.

25.11.2016
  • DPA

Freiburg. Katja Riemann und August Zirner geben dem Stück Gesicht und Stimme. Auf der Bühne stehen die Schauspieler mit dem britischen Menschenrechtsanwalt Philippe Sands. Das Theater machen sie zum Gerichtssaal und zeichnen die Entwicklung des vor rund 70 Jahren entstandenen Völkerstrafrechts nach. „A Song of Good and Evil“, „Ein Lied von Gut und Böse“, heißt Sands musikalische Lesung, die heute erstmals in deutscher Sprache am Theater Freiburg aufgeführt wird. Es geht um Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne.

„Es ist ein Stück, das sich an der Schnittstelle von Kultur und Justiz bewegt“, sagt Hans-Jörg Albrecht, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. Die Einrichtung mit Sitz in Freiburg wird 50 Jahre alt und nimmt dies zum Anlass, der Frage nachzugehen, wie „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ rechtlich verfolgt und geahndet werden können. Wie die Justiz mit Kriegsverbrechen, Völkermorden, staatlich organisierter Massengewalt umgeht.

Sands, Professor für Internationales Recht in London, hat über Genozid geforscht und daraus ein Stück gemacht. Es erzählt die wahre Geschichte der Juristen Hersch Lauterpacht und Raphael Lemkin, die sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für die Bestrafung der grausamsten Verbrecher einsetzten und bei den Nürnberger Prozessen Schlüsselrollen spielten. „Doch das Völkerstrafrecht im heutigen Sinne mit Gesetzen, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Genozid ahnden, musste erst geschaffen werden“, sagt Sands. Die Schicksale der beiden Juristen sind eng verwoben mit der dritten Hauptperson, dem Angeklagten Hans Frank, dem höchsten Juristen im Nazi-Regime, dem „Schlächter von Polen“, sagt Sands. „Neben ihrer persönlichen Lebensgeschichte und ihrem Beruf verbindet die drei Männer auf eigenartige Weise die Liebe zur gleichen, klassischen Musik.“

Uraufgeführt wurde das Stück 2014 in London mit Vanessa Redgrave. Vor einem Jahr wurde es im Sitzungssaal 600 des Nürnberger Justizpalasts, dem Ort der Kriegsverbrecherprozesse, auf Englisch gezeigt. dpa

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25.11.2016, 06:00 Uhr

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