Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Bildung

Lehrer schlagen weiter Alarm

Trotz der Beilegung des Koalitionsstreits fürchten Verbände und Opposition schlechtere Unterrichtsqualität.

25.10.2016
  • DPA

Stuttgart. Trotz des beigelegten Streits um fehlende Lehrer in Baden-Württemberg schlagen Lehrerverbände weiter Alarm. „Wer Ganztagsschule und Inklusion ausbauen, Informatik neu einführen und zugleich bei gleichbleibenden bis steigenden Schülerzahlen im Bildungsbereich Stellen abbauen will, muss mit einer Qualitätsminderung rechnen“, erklärte die Direktorenvereinigung, in der die Leiter der Gymnasien organisiert sind. Der Berufsschullehrerverband verlangte, dass die beruflichen Schulen von weiteren, im kommenden Schuljahr geplanten Stellenstreichungen verschont bleiben.

Mit ihrer Kritik bezogen sich die Verbände auf die Pläne der Landesregierung, im kommenden Schuljahr rund 1000 Lehrerstellen zu streichen. Dazu sagte ein Sprecher von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU): „Diese Stellen erbringt das Kultusministerium, daran ändert sich nichts.“ Die Ministerin stehe zum Kurs der Landesregierung, zu konsolidieren und zugleich zu investieren. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wies darauf hin, dass derzeit – sechs Wochen nach Schuljahresbeginn – noch nicht einmal der Pflichtunterricht gesichert sei.

Unabhängig von der vorgesehenen Streichung von 1000 Stellen stellt Grün-Schwarz für drei zentrale Bildungsvorhaben im nächsten Schuljahr doch mehr Ressourcen bereit. Insgesamt 320 zusätzliche Stellen sollen 2017/18 für den Ausbau des Unterrichts von behinderten und nicht behinderten Schülern (Inklusion), für mehr Ganztagsschulen und den Informatikunterricht hinzukommen.

Eisenmann hatte zuvor angekündigt, die drei Vorhaben wegen Lehrermangels auszusetzen. Damit hatte sie Streit in der grün-schwarzen Regierung ausgelöst, der nun beendet ist. Die GEW prangerte dies als Kompromiss an, der „in Wahrheit ein Debakel für die Bildungspolitik in Baden-Württemberg“ sei.

Die FDP-Landtagsfraktion in Stuttgart bezeichnete die Pläne von Ministerin Eisenmann als realitätsfern. „Man kann nicht gleichzeitig Ganztagsschulen, die Inklusion und den Informatikunterricht ausbauen und Lehrer einsparen“, meinte Bildungsexperte Timm Kern. Er befürchte eine schlechtere Unterrichtsversorgung insgesamt. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

25.10.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball