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Laufen ohne Schnaufen

Leichtathletik: Die Glorreichen Sieben auf dem Weg zum Erbe-Stadtlauf

Wunderbar, Moritz, sehr schön!“ Dieter Baumann steht auf Höhe der Tennisplätze in der Tübinger Gartenstraße. Moritz Astfalk hat gerade die halbe Miete für diesen Tag geschafft: Hier, kurz vor dem Wehr, ist der Wendepunkt der Laufstrecke. Astfalk, der 17-jährige Schüler aus Stockach, ist außer Atem.

27.06.2012
  • Fabian Ziehe

Vor sechs Wochen noch sah er so nach einer Minute Laufen aus. Nun sind rund 20 Minuten absolviert – und es geht weiter.

Vor sechs Wochen haben sich Astfalk und seine Mitläufer der „Glorreichen Sieben“ auf den Weg gemacht. Das Ziel beim Laufprojekt des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTS: Der Erbe-Stadtlauf am 16. September. Für die Sieben kein Projekt, das sie auf die leichte Schulter nehmen. Denn zehn Kilometer am Stück auf Zeit laufen, lag bislang weit außerhalb des für sie Möglichen.

„Am Anfang fiel es mir furchtbar schwer“, berichtet Astfalk. Doch nun hat er kein Seitenstechen mehr, fühlt sich leichter und beweglicher. Für den Gymnasiasten, bietet das Laufen noch mehr: „Das hat eine total meditative Wirkung.“ Zeit um mal die Gedanken baumeln zu lassen. Und das drei Mal die Woche nach einem Trainingsplan, der für jeden der „Glorreichen Sieben“ erarbeitet und nun immer wieder neu angepasst wird.

„Wir machen jetzt eine Gehpause“, ruft Dieter Baumann. Das Bootshaus ist erreicht. Es gibt immer einen längeren Laufintervall, die ein Einlaufen und ein Austrudeln einrahmen – dazwischen gibt es eine gute Minute zum Gehen.

Astfalk und Lauftrainer Marc Oßwald, den Tübingern besser als Manager von Dieter Thomas Kuhn bekannt, stoppen erst nach einem zweiten Ruf von Baumann. Der folgt einige Meter weiter hinten mit Edith Uhlig. Die 50-Jährige ist heute nicht ganz so fit, wie sie es bei vorherigen Trainingseinten war. Es zwickt in der Hüfte. „Zwei Mal am Tag Eis, immer kühlen, kühlen, kühlen“, empfiehlt Baumann. Plaudernd gehen sie weiter zurück zur Finnenbahn der Tübinger Sportwissenschaften, wo sie vorher gestartet sind. Das Plaudern mit den Trainern nebenher hilft, weiterzulaufen. So fallen die vier alle wieder ein in den Dauerlauf.

All das Zwicken in der Hüfte heute nimmt Uhlig nicht die Freude. „Es freut mich, dass ich so vorangekommen bin“, sagt sie. Seit 20 Jahren versucht sie immer wieder verschiedene Sportarten aus, derzeit betreibt sie regelmäßig Joga. Auch das Laufen hat sie mehrfach in Angriff genommen. Nur am Ball blieb sie nie – obwohl das eigentlich ihr Sport sei. „Jetzt ist das Laufen so selbstverständlich – ich freue mich auf jeden neuen Trainingstag“, sagt Uhlig.

Zusammen mit Ihrem Mann har sich die 50-Jährige für das Laufprojekt beworben. Der wurde zwar nur Ersatzmann, aber bei den zwei wöchentlichen Trainingseinheiten, die jeder zu Hause zu absolvieren hat, ist er oft an der Seite von Edith Uhlig. So etwas wie der „Glorreiche Siebeneinhalbste“. Den beiden falle es nicht schwer, sich auch ohne Baumann oder Oßwald zu motivieren.

Mit einer Minute Joggen und einer Minute Gehen haben Astfalk und Uhlig nach dem Gesundheitscheck zu Beginn des Laufprojekts zu trainieren angefangen. „Wir haben bei null angefangen“, sagt Uhlig – und dieser langsame Aufbau habe ihr geholfen, das „erstmal Laufen ohne Schnaufen“. Bei beiden konnte Baumann den Trainingsplan etwas straffen, es lief bislang gut. Und beide sind sich einig: Das Laufen hat zu einem besseren Körpergefühl beigetragen.

Die Brücke über die Ammer beim Schafstall ist fast erreicht. „Auf, die letzte Minute“, ruft Annkatrin Locher Uhlig zu. Die 21-jährige Sportstudentin ist eine Teilnehmerin des Seminars, das den Stadtlauf dieses Jahr organisiert. Immer zwei der Viertsemestler begleiten die Laufgruppe. Locher hat den Platz von Dieter Baumann übernommen, der nach vorne gelaufen ist, um noch Andreas Lapp-Zens ein Feedback zu geben. Dieser hat bereits ein längeres Laufpensum. Den großen Teil des Trainings hat er heute alleine bewältigt.

Auch Astfalk hat den Schafstall bei der Brücke jetzt erreicht – und Oßwald neben ihm plaudert und plaudert weiter. Ziel erreicht, die zwei klatschen ab. „Danke, Mann, ohne dich hätte ich schon vor 15 Minuten aufgegeben“, sagt Astfalk.

Leichtathletik: Die Glorreichen Sieben auf dem Weg zum Erbe-Stadtlauf
Es geht voran: Moritz Astfalk, Edith Uhlig und Marc Oßwald, der Mit-Organisator des Erbe-Stadtlaufs im Training. Das TAGBLATT begleitet die „Glorreichen Sieben“ bei der Vorbereitung auf das Rennen am 16. September.

Leichtathletik: Die Glorreichen Sieben auf dem Weg zum Erbe-Stadtlauf

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27.06.2012, 12:00 Uhr

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