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Bestattungen

Letzte Ruhestätte in Deutschland

Immer weniger Muslime wollen in ihren Herkunftsländern beerdigt werden.

28.10.2016
  • DPA

Berlin. Rund 880 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland. Die meisten werden auf Friedhöfen und Grabfeldern hierzulande bestattet, aber nicht alle. Etwa 5 Prozent der Menschen, die jedes Jahr sterben, sind Muslime. Viele von ihnen finden ihre letzte Ruhe in der Heimat ihrer Vorfahren. Doch das ändert sich langsam. Rückführungen nehmen ab, immer mehr deutsche Muslime wollen auch hier begraben werden.

„Die Zahl der muslimischen Bestattungen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren merklich gestiegen“, sagt Samir Bouaissa vom Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Zum einen gibt es mehr Muslime hierzulande, in deren Heimatland eine Rückführung nicht möglich ist – etwa bei vielen Flüchtlingen. Zum anderen nehme die Bindung zur Heimat in zweiter und dritter Generation ab, sagt Bouaissa.

Versicherungen stellen um

Auf den Wandel reagiert bereits die Bestattungsbranche, die laut Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) jährlich einen Umsatz von rund 1,3 Mrd. EUR macht. Für ein muslimisches Unternehmen macht es Bouaissa zufolge zwar kaum einen Unterschied, ob es eine Rückführung oder eine Beisetzung hierzulande durchführt. „Aber die Versicherungen stellen langsam um.“ Denn in türkischen und nordafrikanischen Gemeinden sei es gang und gäbe, Sterbeversicherungen abzuschließen, die eine Rückführung ermöglichen.

Muslimische Beisetzungen könnten auch ein neues Geschäftsfeld für nicht-islamische Unternehmen sein, meint BDB-Mann Oliver Wirthmann. Die Bestatter agierten nicht auf der Basis von Religion und seien fachlich und kulturell auf unterschiedliche Konfessionen eingestellt.

Auch Friedhofsverwalter sehen in der Entwicklung eine Chance. Sargbestattungen haben in Deutschland dem BDB zufolge im Vergleich zu Feuerbestattungen abgenommen; derzeit sind nur rund 45 Prozent der Beisetzungen im Sarg. Muslime würden dagegen fast ausschließlich Erdbestattungen machen, sagt Michael Albrecht vom Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands. „Ich würde durchaus sagen, dass Friedhofsverwalter das als neues Geschäftsfeld sehen.“ dpa

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28.10.2016, 06:00 Uhr

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