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Montag geht's los

Letzte Wadenqual durchs Land

Keiner konnte so schön reimen wie Heinz Erhardt. Unvergleichlich seine hinter eines Baumes Rinde hausende Made, die ausbuchste und dabei dem bösen Specht vor dessen Schnabel gelangte – und der verschlang „die kleine fade Made ohne Gnade, schade!“

04.09.2010
  • tobias zug

Ein herrliches so genanntes Homoioteleuton, bei dem dasselbe Wortende in anderen Wörtern wiederholt wird – wie der Nordstetter Lauforganisator Ingo Schulze ein solches einst als Motto seiner Läufe ausrief: „Keine Gnade für die Wade!“

Auch dieses Mal veranstaltet Schulze wieder wadenquälende Übungen: Er lässt von Montag an 17 Tage lang 34 Menschen, die sich angemeldet haben, von Kap Arkona auf der Insel Rügen bis runter nach Lörrach an der Schweizer Grenze laufen. 1200 Kilometer quer durch Deutschland. Doch „Ingo Gnadenlos“ wird milde: Der „Deutschlandlauf 2010“ soll der letzte sein, den er organisiert. „Ich habe das Gefühl, dass sich das ein bisschen tot läuft,“ sagt Ingo Schulze, „für viele sind die Etappen zu lang.“ Etwa 60 Kilometer müssen die Teilnehmer jeden Tag laufen, um ihr Etappenziel zu erreichen. Unter den 34 Angemeldeten sind auch zwei Briten dabei, ein Südkoreaner und ein Schweizer.

1998 hatte Ingo Schulze zum ersten Mal einen Deutschlandlauf organisiert. Und als ihm Deutschland zu klein wurde, veranstaltete er auch Trans-Europa-Läufe von Italien bis hoch ans Nordkap. Nächstes Jahr macht’s Schulze eine Nummer kleiner: Er organisiert einen Lauf von seiner Heimatstadt Horb nach des Deutschen Hauptstadt Berlin anlässlich des „Grünprojekts“ in Horb. Und für 2012 plant Schulze einen Lauf von Schottland nach Gibraltar.

Beim Trans-Europa-Lauf im vergangenen Jahr hatte sich Schulze mit Karl-Heinz Neff zerstritten, der damals für den Bereich Marketing und Finanzen des Laufs zuständig war. Schulze warf Neff Betrug vor, zeigte ihn an, weil dieser auf Teilen des Startgeldes der Läufer gesessen sei und ausstehende Rechnungen nicht bezahlt habe. „Ich hoffe, dass es noch zu einer Gerichtsverhandlung kommt“, sagt Schulze und nimmt aus dem Fall eines mit: „Das war für mich eine große Lehre, bei der ich leider viel Geld verloren habe.“ Die Quintessenz ist für Schulze, dass er das Marketing für seine Läufe wieder selber in die Hand nimmt. „Ich übernehme das Konzept, was ich seit 1998 erfolgreich angewendet habe“, sagt er. Und freut sich auf morgen: Da werden Schulze und seine Läufer in Stralsund empfangen. Bevor die strammen Waden ohne Gnaden auf den Straßen waten.

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04.09.2010, 12:00 Uhr

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