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Lothar legte Leitungen und Landstraßen lahm

Lichter ausgeblasen

REUTLINGEN (jol). Mehrere hundert Hilfskräfte waren gestern Nachmittag im Einsatz, um nach dem schweren Orkan „Lothar“ die Straßen im Landkreis Reutlingen wieder passierbar zu machen und die Energieversorgung in mehreren Gemeinden wieder herzustellen. Wie groß die entstandenen Schäden sind, konnte am Abend noch niemand übersehen.

26.04.2011
  • Hans-Joachim Lang

Großeinsatz hatten das Technische Hilfswerk und die Feuerwehren. Allein im Stadtgebiet Reutlingen mussten rund 320 Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk etwa 530 Einsätze fahren, um Stück für Stück Hindernisse aus dem Weg zu räumen und abgedeckte Dächer zu sichern. Koordiniert wurden diese Arbeiten in der Feuerwehrzentrale. In Pfullingen hatte die Feuerwehr 50 Männer aufgeboten, um die 140 gemeldeten Schadensfälle nach und nach zu beseitigen.

Im Pfullinger Ausflugslokal “Übersberger Hof“ mussten rund 100 Personen ungeplant nachsitzen. Umgefallene Bäume hatten das Zufahrtssträßchen unpassierbar gemacht. Mitarbeiter des Pfullinger Bauhofs mussten ausrücken und vom Tal aus vorstoßend die Stämme zur Seite räumen. Gegen 16 Uhr konnten die festgehaltenen Gasthaus-Besucher wieder den Heimweg antreten.

Ohnehin war gut beraten, wer am Nachmittag daheim blieb und Verabredungen mit der Verwandtschaft abblies - falls er telefonisch durchkam. Auch hatte nicht jeder den häuslichen Weihnachtsfrieden, auf den er sich eingestellt hatte. Denn unzählige Dächer wurden abgedeckt, Bäume in Hof und Garten geknickt, Einbruchsalarmanlagen ausgelöst.

In Orten wie in Gönningen, Gomadingen, Münsingen saß man für längere Zeit im Dunkeln, einzelne Haushalte hatten noch am Abend keinen Strom. Gut eine halbe Hundertschaft war allein im Auftrag der Stadtwerke unterwegs, um die Versorgung wieder herzustellen. Nach einer ersten Übersicht hatten umstürzende Bäume fünf Hochspannungsleitungen und zwanzig Niederspannungsleitungen platt gelegt.

Für mehrere Stunden war Reutlingen von der Alb so gut wie abgeschnitten, denn zahlreiche Bundes- und Landstraßen mussten ganz (wie etwa die Uracher Steige oder die B 297 Höhe Altenburg) oder halbseitig gesperrt werden. Auch der Öffentliche Nahverkehr war stark beeinträchtigt. Da beim Reutlinger Gaskessel und bei Wannweil Bäume auf die Schienen kippten, musste die Bahn den Zugverkehr zeitweise einstellen. Zu Unfällen ist es, wie uns die Polizei auf Anfrage mitteilte, im Kreisgebiet nicht gekommen. Eine Person wurde von einer herabfliegenden Dachziegel leicht verletzt.

Lichter ausgeblasen
Forstwirt Detlef Wölk beim Absägen eines Wurzeltellers im Uracher Wald. Sein Arbeitssoll: 16 Bäume an jedem Tag.

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26.04.2011, 12:00 Uhr

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