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2. Liga: Freiburgs später Ausgleichstreffer macht Braunschweig wütend

Lieberknecht in Rage

Trainer Christian Streich vom SC Freiburg nahm den glücklichen Punktgewinn bei Eintracht Braunschweig seelenruhig zur Kenntnis. Dafür redete sich sein Kollege Torsten Lieberknecht in Rage.

20.04.2016
  • SID

Braunschweig. Christian Streich hatte mal wieder keine Lust auf Emotionen. Gerade hatten die Fußballer des Zweitligisten SC Freiburg in wirklich allerletzter Sekunde einen glücklichen Punkt gerettet - und ihr Trainer? Der saß wie verwurzelt am Spielfeldrand. Auf einem Klappstuhl. Teilnahmslos, die Hände in den Hosentaschen, mit leerem Blick und irgendwie weltfremd.

Das spektakuläre 2:2 (0:0) am Montagabend bei Eintracht Braunschweig erhitzte so ziemlich alle Gemüter, Streichs Kollegen Torsten Lieberknecht veranlasste es sogar zu einem minutenlangen verbalen Rundumschlag. "Die vergangenen Wochen", sagte Streich jedoch mit Blick auf seine eigene Zurückhaltung, "haben mental enorme Kraft gekostet. Woche für Woche nachziehen zu müssen, da wird es etwas schwer im Kopf."

Und auch zum Abschluss des 30. Spieltags durchlebte der 50-Jährige nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit die komplette Gefühlspalette binnen 90 Minuten. Eine gute Stunde lang musste Streich mit gequältem Gesicht und zerzaustem Haar den schwachen Auftritt seiner Schützlinge anschauen, kurze Zeit später schimpfte er wild gestikulierend wie ein Rohrspatz nach einer Fehlentscheidung auf Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) - und am Ende fehlte dann einfach die Kraft zum Jubeln.

"Wir haben es in der eigenen Hand", sagte Streich zur komfortablen Lage des designierten Aufsteigers lediglich. Angesichts von sieben Zählern Vorsprung auf den Tabellendritten 1. FC Nürnberg war diese Einschätzung zwar ganz richtig, etwas mehr Freude hätte es aber doch sein dürfen. "Warten wir einfach ab und lassen die Kirche im Dorf. Solche engen Partien können wir auch verlieren."

Das taten die Breisgauer an diesem Abend aus mehreren Gründen nicht. Zum einen, weil Torjäger Nils Petersen (70.) nach Braunschweigs Treffern von Gerrit Holtmann (54.) und Ken Reichel (57.) zum Anschluss traf. Und zum anderen, weil Marc-Oliver Kempf (90.+4) noch ausglich und jene Zeit nutzte, die es für Lieberknecht gar nicht erst hätte geben dürfen.

"Wo waren die Momente, die drei Minuten Nachspielzeit rechtfertigen? Wo waren die?", schimpfte der 42-Jährige am Montagabend bei Sky und Sport1 und pickte sich Schiri Ittrich als alleinigen Schuldigen für die entgangenen Punkte heraus: "Wir sind frustriert. Wir haben in dieser Saison noch keinen Elfmeter bekommen. Da ist uns so viel abhandengekommen." Im Gespräch mit dem Unparteiischen analysierte der Coach der Niedersachsen aber anschließend die Szene, für die er einen Handelfmeter für sein Team eingefordert hatte und sagte schließlich: "Kein Elfmeter."

Lieberknecht echauffierte sich aber auch darüber, dass die Freiburger wenige Momente vor dem Ausgleich einen Freistoß deutlich vom eigentlichen Tatort entfernt ausführen durften. "Das ist ein klarer Vorteil", sagte er, während SC-Coach Streich die Aktion sachlich kommentierte: "Für uns war es ein Nachteil, weil der Ball zuvor weggeschossen wurde."

Klare Worte fand der Freiburger Coach danach auch bei seiner Analyse, die zweigeteilt ausfiel. "Braunschweig war die bessere Mannschaft", sagte er, "aber wir hatten den unbedingten Willen. Das ist eine große Stärke." Nun gelte es, sich "ganz ruhig" auf die Partie am kommenden Freitag gegen den MSV Duisburg vorzubereiten und zu regenerieren. Denn schon am Wochenende könnte die direkte Rückkehr ins Oberhaus perfekt sein - und spätestens dann will ja auch Streich jubeln. Ein bisschen zumindest.

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20.04.2016, 06:00 Uhr

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