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Liebesnest für Leoparden
Schneeleopardin Kailash erkundet ihr neues Gehege, das viermal so groß ist wie das alte. Sie teilt sich das Areal mit Männchen Ladakh, das allerdings noch getrennt im Nebenabteil gehalten wird, bis sich beide aneinander gewöhnt haben. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Wilhelma

Liebesnest für Leoparden

In ihrem neuen Gehege sollen sich Ladakh und Kailash schnell näher kommen: Der Stuttgarter Zoo darf die Rasse Irbis wieder züchten.

27.03.2018
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Es knistert schon. Während die Dame des Hauses, Kailash, demonstrativ den buschigen Schwanz vom Dach des Aussichtstunnels baumeln lässt, tigert Ladakh unruhig hin und her. Noch sind die beiden Schneeleoparden voneinander getrennt. Doch bald sollen Katze und Kater zusammengeführt werden, besser: Sie sollen sich richtig nahe kommen. Seit Kurzem darf die Wilhelma wieder züchten. Zuletzt hatten Kailash und Ladakh 2013 Nachwuchs gehabt. Die drei Geschwister leben heute in Zoos in den USA, in Belgien und Portugal. Seither durfte das Schneeleoparden-Pärchen auch nicht mehr schmusen.

Denn nicht jeder Zoo kann nach dem europäischen Erhaltungszuchtprogramm einfach so züchten. Eine gute genetische Durchmischung ist wichtig, außerdem muss nachgewiesen werden, dass ein Gehege nach Bedarf in drei Teile abgetrennt werden kann.

Diese Bedingung erfüllt die Wilhelma nun. Nach anderthalb Jahren Bauzeit ist am Montag die neue Anlage für die acht Jahre alten Schneeleoparden eröffnet worden. 700 Quadratmetern hat das Großkatzen-Duo nun, zuvor waren es 170 gewesen. Der Landesbetrieb Wilhelma hat rund 1,6 Millionen Euro investiert, 300 000 Euro hat der Förderverein zugeschossen. In ihrer Beschaffenheit – starkes Gefälle, viele Felsen und Höhlen plus Wasserbecken – kommt die neue Außenanlage eher dem natürlichen Lebensraum in den zentralasiatischen Hochgebirgen nah. Der Schneeleopard, auch Irbis genannt, fühlt sich auf 4000 bis 6000 Metern pudelwohl. Doch der „Geist der Berge“ zählt mittlerweile zu den seltensten Tierarten überhaupt. Wilderei, Klimawandel, Beutetier- und Lebensraumverlust haben den Bestand auf nur noch 4000 Stück in freier Wildbahn minimiert. 400 Exemplare leben in Zoos.

Aktionen für Artenschutz

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen und etwas zum Artenschutz beizutragen, kooperiert die Wilhelma mit dem Naturschutzbund (Nabu). Der Verein setzt sich seit mehr als 20 Jahren für den Schutz des Schneeleoparden ein und hat etwa in Kirgistan ein Monitoringprogramm, ein Reha-Zentrum für verletzte und beschlagnahmte Tiere und eine Anti-Wilderer-Einheit aufgebaut, erklärte Michael Vogel vom Nabu-Bundespräsidium. Rund ums neue Irbis-Zuhause in Stuttgart machen Infotafeln auf die Projekte aufmerksam, auch werden Spenden gesammelt, und außerdem wird sich der Nabu künftig etwa am Wilhelma-Artenschutztag beteiligen. „Wir wollen als Artenschutzorganisation wahrgenommen werden“, sagte Zoodirektor Thomas Kölpin.

Seit Donnerstag leben Kailash und Ladakh im neuen Gehege. Die Besucher können die Raubtiere über eine Kanzel oder den Aussichtstunnel beobachten. Dabei werden sie sich aber in Geduld üben müssen. „Die Tiere haben jetzt mehr Versteckplätze, der Besucher wird sie sicher ab und zu suchen müssen“, prophezeite Kölpin. Katze und Kater haben ja auch Intimes vor. Geht es nach dem Direktor, sollen sie zügig zur Sache kommen. „Wir hoffen, noch dieses Jahr Nachwuchs zu haben.“

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27.03.2018, 06:00 Uhr

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