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Kommentar zum Nein der Wallonen gegen Ceta

Linke im Dilemma

25.10.2016

Von KNUT PRIES

Es ist kein Zufall, dass sich vor allem die Sozialdemokraten ins Zeug legen, um ein Debakel beim Freihandelsabkommen Ceta abzuwenden. Sie müssen beweisen, dass sie international noch geschäftsfähig sind. Der Anführer des wallonischen Widerstands, Regional-Ministerpräsident Paul Magnette, gehört zur PS, Schwester-Partei der SPD. Für deren Frontfiguren Sigmar Gabriel und Martin Schulz geht es um den Nachweis von Führungsfähigkeit.

Der Streit um Ceta hat in Wallonien sein Epizentrum. Das liegt an innerbelgischen Verhältnissen, an der Rivalität zwischen den wirtschaftlich starken Flamen im Norden und den abgehängten Wallonen im Süden. Politisch erfolgreich kann Magnette nur sein, wenn er seiner Klientel vermittelt, er sei der Mann, der sie vor Globalisierungsunbill schützen kann. Doch er steckt im Dilemma: Es ist verführerisch, als Volkstribun der Deklassierten dazustehen. Auch Magnette wird einen Preis dafür zahlen, dass sein politisches Lager diese traditionelle Mission aufgegeben hat. Die Sozialdemokratie sucht ihr Heil als Mitgestalter der Globalisierung, zu der auch der Freihandel gehört. Als Fundamentalopposition ist sie unglaubwürdig.

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Erstellt:
25. Oktober 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
25. Oktober 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2016, 06:00 Uhr

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