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Kommentar

Linke in Turbulenzen

24.11.2015

Von TOBIAS KÄUFER

Der Wahlsieg Mauricio Macris in Argentinien bedeutet nicht nur einen Kurswechsel, sondern ist auch eine Warnung für Lateinamerikas Linkspopulisten. Die geistigen Erben von Hugo Chavez, der mit seinem Wahlerfolg 1999 den Siegeszug des sogenannten „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ einläutete, sind in die Jahre gekommen. Es fehlt an wirtschaftspolitischen Konzepten und an jungen authentischen Führungsfiguren. Deswegen war die Wahlniederlage des Kirchner-Lagers in Argentinien logisch und nachvollziehbar.

Macris Wahlkampf war der Versuch, mit der sozialen Marktwirtschaft eine neue politische Linie in Lateinamerika durchzusetzen. Macri war klug genug, die populären sozialen Errungenschaften der Kirchner-Ära nicht anzutasten. Das Geld dafür muss er nun mit einer Wirtschaft hereinspielen, die er erst einmal modernisieren muss. Gelingt ihm das, wäre seine Wahl in der Tat der Auftakt zu einem Kurswechsel in Lateinamerika.

Schon in zwei Wochen könnte dem inzwischen arrogant wirkenden „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ der nächste Rückschlag drohen. In Venezuela stehen Parlamentswahlen an. Gelingt der Opposition der Sieg, will Präsident und Linksfundamentalist Nicolas Maduro eine Militärdiktatur installieren. Auch deswegen ist der Wahlsieg Macris wichtig: Das neue bürgerlich-regierte Argentinien wird die Machenschaften von Venezuelas Fast-Diktatur im linksdominierten südamerikanischen Staatenbund Unasur nicht mehr durchwinken wie Caracas das von der Kirchner-Regierung gewohnt war. Auch deswegen ist das Ergebnis ein Denkzettel für Lateinamerikas Linkspopulisten.

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Erstellt:
24. November 2015, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
24. November 2015, 06:01 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. November 2015, 06:01 Uhr

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