Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Reihe von Fehlern

Linken-Vorstand kritisiert Hänsel und Haydt

Der geschäftsführende Landesvorstand der Linken hat die Beteiligten am Eklat vor dem Büro des Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi im Bundestag kritisiert. Rücktritts- und Austrittsforderungen wies er aber zurück.

19.11.2014

Tübingen. An dem Vorfall waren auch Heike Hänsel, die Tübinger Bundestagsabgeordnete der Linken, und Claudia Haydt beteiligt, Mitarbeiterin von Inge Höger und Mitglied im Bundesvorstand der Partei (wir berichteten). Die Abgeordneten Inge Höger und Annette Groth hatten um den 9. November, den Jahrestag der Pogromnacht, Max Blumenthal und David Sheen zu einer Veranstaltung eingeladen. Die beiden Publizisten gelten als äußerst Israel-kritisch. Blumenthal vergleicht die Palästina-Politik der israelischen Regierung gelegentlich mit Nazi-Methoden.

Da die beiden Publizisten weder in der Berliner Volksbühne noch im Fraktionssaal der Linken auftreten durften, wollten sie mit einigen Begleitern Gregor Gysi zur Rede stellen. Sie verfolgten ihn bis in die Toilette. Ein Video des Vorfalls landete im Netz. Im Pulk vor Gysis Büro standen auch Hänsel und Haydt.

Ein innerparteiliches Bündnis „Ihr sprecht nicht für uns“ verlangt den Rücktritt der vier Beteiligten. Das weist der Landesvorstand zurück. Es sei gut, dass sich die Abgeordneten bei Gysi und ihrer Fraktion entschuldigt und sich von der „aggressiven Vorgehensweise und den Beleidigungen“ distanziert hätten.

Allerdings sei dies „nur der Endpunkt einer Reihe von Fehlern, von Fehleinschätzungen und falschen Entscheidungen“ gewesen: „Ort, Zeit und Referenten müssen bei dem sensiblen Thema Nahostkonflikt bedachter gewählt werden, als es hier der Fall war.“ Künftig müsse vor der Einladung von Referenten gründlicher recherchiert werden.

Neben den im Parteiprogramm festgelegten Positionen – etwa neben einem sicheren Staat Israel entsprechend der UN-Resolution von 1947 auch einen sicheren Staat Palästina zu fordern – gebe es in der Linken unterschiedliche Sichtweisen auf den Konflikt. Kritik an der israelischen Regierungspolitik dürfe nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt werden. Er sei „eine ethnisch, biologistisch, also rassistisch begründete ideologische Einstellung“ – historisch auch mit religiösen Bezügen. Antisemitismus dürfe in der Linken „niemals einen Platz haben“.

ran

Linken-Vorstand kritisiert Hänsel und Haydt
Heike Hänsel

Linken-Vorstand kritisiert Hänsel und Haydt
Claudia Haydt

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

19.11.2014, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball