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Partei

Linkes Spitzenduo im Quartett

Wagenknecht und Bartsch sind die Spitzenkandidaten der Linken für die Bundestagswahl. Doch die Parteiführung will mitreden.

05.12.2016
  • ANDRé BOCHOW

Berlin. Katja Kipping spricht vom „Weißen Rauch“, der aufsteige. Und tatsächlich haben einige linke Funktionäre die Kür der Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl so ernst genommen wie sonst Kardinäle die Papstwahl. Interessanterweise erscheinen zur Pressekonferenz nach zweitägiger Vorstandssitzung nicht etwa die Kandidaten Wagenknecht und Bartsch, sondern die Parteivorsitzenden Kipping und Bernd Riexinger. Beide strahlen um die Wette und erklären, der Auftritt sei nie anders geplant gewesen.

Kurz zuvor haben Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch ausführliche Statements in die Kameras gesprochen. Auf einen Auftritt zu viert, heißt es hinter vorgehaltenen Händen, habe Kipping keine Lust gehabt. Ob es stimme, dass Wagenknecht den Parteivorstand erpresst habe, werden die Vorsitzenden gefragt. Angeblich habe Fraktionschefin Wagenknecht gedroht, nur in Nordrhein-Westfalen Wahlkampf zu machen, wenn man ihren Vorstellungen hinsichtlich der Spitzenkandidatur nicht folge. „Da bitte ich um Verständnis“, hebt Kippung an und murmelt dann etwas von „einzelnen Passagen oder Argumenten die vorgetragen wurden“ bevor der „Weiße Rauch“ aufgestiegen ist. Ein Dementi ist das nicht.

Es rumort in der Partei

Nun also hat der Parteivorstand die Fraktionschefs im Bundestag Wagenknecht und Bartsch zu Spitzenkandidaten ernannt. Aber der Vorstandsbeschluss enthält noch mehr. „Der Bundestagswahlkampf der Partei wird gemeinsam geführt von einem Spitzenteam aus den beiden Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger sowie den beiden Spitzenkandidat_innen.“

Damit auch allen klar ist, dass Plakatwände zu zieren das Eine, die Politik zu bestimmen das Andere ist, hat sich der linke Vorstand mit nur einer Gegenstimme zu folgender Formulierung durchgerungen: „Die Kommunikationsstrategie wird gemeinsam im Spitzenteam erarbeitet. Die politischen Entscheidungen zum Wahlprogramm, sowie die politischen Entscheidungen nach der Wahl werden in enger Absprache mit den Spitzenkandidat_innen geführt und liegen bei der Partei und ihren Vorsitzenden.“

Der Vorstandssitzung waren Wochen mit Machtkämpfen und -spielchen vorausgegangen. Um die Entscheidung nun wurde hart gerungen. Immerhin, heißt es aus Parteivorstandskreisen, sei in der Diskussion vom Wochenende immer klar gewesen, dass ein echter Kompromiss gesucht werde und alle von ihren Maximalforderungen zurücktreten müssen.

Wenig wurde darüber geredet, welche Bedeutung die Spitzenkandidatur für Wähler hat. Ginge es nach dem Bekanntheitsgrad und der Popularität der Kandidaten, hätte Wagenknecht alleinige Spitzenkandidatin werden müssen. Keine Frage: Das weiß sie auch. André Bochow

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05.12.2016, 06:00 Uhr

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