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Lkw-Karawane rollt nach Rotterdam
Sieht ziemlich entspannt aus, wie der Lkw-Fahrer da hinter dem Steuer sitzt. Mit Hilfe vernetzter Fahrzeuge macht Daimler das möglich. Foto: Daimler
Nicht nur Daimler beteiligt sich mit vernetzten Fahrzeugen an niederländischem Projekt

Lkw-Karawane rollt nach Rotterdam

Der Begriff der Lkw-Schlange bekommt eine neue Bedeutung: Im Zuge der Entwicklung autonomer Lkw lässt Daimler diese vernetzt fahren. Eine Testkolonne ist auf dem Weg nach Rotterdam. MAN fährt mit.

05.04.2016
  • KAREN EMLER

Stuttgart. Eine Karawane der besonderen Art hat der Stuttgarter Autobauer Daimler gestern auf die Reise nach Rotterdam geschickt. Drei Lastwagen des Typs Mercedes Benz Actros machten sich vom Stammsitz aus auf den Weg in die Niederlande. Sie beteiligen sich an einer grenzüberschreitenden Initiative der Niederlande, namens "European Truck Platooning Challenge 2016". Dabei handelt es sich um einen groß angelegten Feldversuch für LKW, die mit Hilfe digitaler Datenübertragung zu Zügen, also zu "Platoons", zusammengefasst sind. Der Fahrer im ersten Fahrzeug der Kolonne gibt Geschwindigkeit und Richtung vor.

"Wir sehen Platooning als sinnvollen Baustein des integrierten Ansatzes, bei dem alle am Straßengüterverkehr Beteiligten zur CO2- und Kraftstoffreduktion beitragen", kommentierte das gestern Wolfgang Bernhard, der innerhalb des Daimler-Vorstands für Daimler Trucks zuständig ist. Die Route führt die Karawane auf der Autobahn von Stuttgart über Heilbronn, dann weiter auf der A61 und der A67 durch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bis zum Grenzort Venlo. Im Hafen Rotterdam sollen die Lastwagen dann am 6. April ankommen.

Daimler zufolge bringt das Platooning mehrere Vorteile. Die vernetzten Lkw benötigen nur 15 statt 50 Meter Abstand. Dadurch fahren sie im gegenseitigen Windschatten, der Luftwiderstand sinkt und mit ihm der Spritverbrauch. Letzterer sogar um rund 10 Prozent. Zudem verkürzt die Vernetzung die Länge des Verbunds deutlich: Die elektronisch miteinander gekoppelten Lastwagen sind zusammen 80 Meter lang, anstatt 150 Meter bei normaler Aneinanderreihung. Auch in puncto Sicherheit hat Platooning Vorteile zu bieten, heißt es bei Daimler. "Während der Mensch am Steuer eine Reaktionszeit von 1,4 Sekunden hat, gibt der Highway Pilot Connect die Bremssignale in weniger als 0,1 Sekunden an die Folgefahrzeuge weiter." Das könne dazu beitragen, Auffahrunfälle zum Beispiel in Stausituationen zu verhindern. Doch selbst wenn die Bilder der Karawane, die einen Lkw-Fahrer mit hinterm Kopf verschränkten Armen zeigen, etwas anderes signalisieren: "Bei allen technischen Möglichkeiten des vernetzten Fahrens bleibt stets der Fahrer verantwortlich für die Überwachung aller Assistenzsysteme", betont der Stuttgarter Autokonzern.

Dass Daimler bei dieser Vernetzungstechnologie und überhaupt beim autonomen Fahren zumindest bei den Lkw die Nase vorne hat, ist den Stuttgartern auch sehr wichtig: "Daimler Trucks ist der einzige Hersteller weltweit mit autonom fahrenden Lkw mit Straßenzulassung."

Das hält die Konkurrenz allerdings nicht davon ab, ähnliche Technologien einzusetzen und ebenfalls an der Sternfahrt nach Rotterdam teilzunehmen. Gestern meldeten die beiden VW-Töchter MAN und Scania, dass sie ihre Platoons, also ihre Lkw-Kolonnen losgeschickt haben.

Scania ist schon seit 29. März unterwegs - mit drei Fahrzeugen vom schwedischen Södertälje aus über die Öresundbrücke nach Dänemark, über Deutschland und Belgien in die Niederlande. MAN machte sich gestern von München aus auf. Ziel für beide: Ankunft in Rotterdam - pünktlich am 6. April.

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05.04.2016, 06:00 Uhr

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