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Landesliga-Neuling Mössingen verliert gegen abgezockte Sindelfinger

Lob, aber keine Punkte

Abgezockt und cool hat der VfL Sindelfingen mit 3:1 (2:1) beim Fußball-Landesliga-Aufsteiger Spvgg Mössingen gewonnen. Bei der Chancenverwertung und im Defensivspiel offenbarte Mössingen Schwächen. Dennoch: Sorgen machen muss sich der Neuling vorerst nicht.

20.08.2012
  • Ibrahim Naber

Mössingen. Mössingens Spielertrainer Bernd Bauer hätte es sich einfach machen können. Er hätte nach der Landesliga-Premiere seines Teams erklären können, dass sein Team in der Mössinger Mittagshitze aufopferungsvoll gekämpft und unglücklich verloren habe. Dass die Mannschaft noch in einem Lernprozess stecke. Doch darauf hatte Bauer gar keine Lust. Schönreden wollte er nichts – ganz im Gegenteil: Zwischen Verärgerung und Enttäuschung bewegte sich seine Gemütslage nach diesem alles andere als verwerflichen Mössinger 1:3. Bauer kritisierte: „Das war nicht hundert Prozent Leidenschaft bei meinem Team. Ich bin viel mehr von meiner Mannschaft gewohnt. Wir können es besser!“ Bauer selbst hatte mit seiner Startformation etwas überrascht (siehe Kasten): So fand sich selbst Torjäger Kevin Schneider, vergangene Saison mit 34 Toren in der Bezirksliga, auf der Ersatzbank wieder.

Dahingegen stürmte Sindelfingens Goalgetter Andreas Poser wie erwartet von Beginn an. Und sorgte prompt dafür, dass die ersten Mössinger Landesliga-Minuten seit Jahren einem Alptraum glichen: 160 Sekunden sind gespielt, als die Spvgg im Spielaufbau den Ball herschenkt. Der fleißige Kaan Toprak spielt wunderbar auf Poser, der unnachahmlich cool zum Sindelfinger 1:0 vollstreckt (3.) – herzlich Willkommen in der Fußball-Landesliga, Spvgg Mössingen!

Nur zwölf Minuten später fast das gleiche Spiel: Wiederum verliert Mössingen in der Vorwärtsbewegung den Ball, wieder ist Poser zur Stelle, den Spvgg-Keeper Ali Öztürk nur mit einem Foul stoppt. Dennis Radojkovic erhöht per Elfmeter zum 2:0 (15.): „Dass wir uns bei den Toren so ausspielen haben lassen, darf nicht passieren!“, sagte Bauer, „nach dem 0:2 musste ich dann einfach etwas ändern.“ So kam es auch: Schon nach 27 Minuten wechselte Bauer Mössingens komplette linke Seite aus. Alex Papazoglou und Spielgestalter Hannes Klett kamen in die Partie und belebten sofort das Spiel. Ausgerechnet der kleine Max Maier, auffälligster Mössinger Kicker der Partie, belohnte die Spvgg nach einer Kopfballverlängerung von Bauer selbst per Kopf mit dem 1:2 (38.) kurz vor der Pause.

Davon beflügelt spielte Mössingen in Abschnitt zwei immer mutiger und offensiver. Auch wenn der fulminante Offensiv-Express der Vorsaison nie richtig ins Rollen kam, stand das Team mehrmals kurz vor dem 2:2. Bauer (64./79.) und Maier (75.) scheiterten aus besten Positionen. Abgezockter einmal mehr der VfL: Mahmut Yorulmaz machte in der besten Mössinger Phase mit dem 3:1 (78.) alles klar. „Wir hatten das Glück, dass wir im richtigen Moment das 3:1 gemacht haben“, resümierte Poser, der Mössingen ausdrücklich lobte.

Sorgen müssten sich die Spvgg-Fans nach dieser couragierten Vorstellung um ihr Team nicht machen. Soweit ist es erst, wenn das Team auch gegen schwächere Gegner auf diese Weise verliert. Poser unterstrich: „Mössingen hat heute richtig Gas gegeben. Das war ein offenes Spiel. Wir sind jetzt richtig am Sack – also zumindest ich.“

Spvgg Mössingen: Öztürk; Hübner (27. Klett), Haas, Mader, Bobic, Stopper, Knop, Ladinig (27. Papazoglou), Heinz (46. Binder), Bauer, Maier.

Lob, aber keine Punkte
Fast auf Augenhöhe: Am Ende war in der Fußball-Landesliga allerdings Sindelfingen (links Alexander Gans) gegen Mössingen (Moritz Heinz) obenauf.Bild: Ulmer

Alex Papazoglou, Top-Torjäger Kevin Schneider und allen voran Spielmacher Hannes Klett auf der Ersatzbank? Nein, damit hatten im Vorfeld der Partie gegen den VfL Sindelfingen die Wenigsten gerechnet. Doch Mössingens Spielertrainer Bernd Bauer ist bei der Aufstellung seines Teams seinen Prinzipien treu geblieben: Spielen soll nur der, der es sich in den Wochen zuvor im Training verdient hat. Einige Spvgg-Spieler, darunter Schneider, kamen erst vergangene Woche wieder aus dem Urlaub zurück und verpassten somit das Ende der Vorbereitung: „Viele haben in den letzten beiden Wochen gefehlt. Das muss nicht sein“, sagte Bauer. „Die Spieler hätten den Urlaub anders legen können. Deswegen haben heute andere begonnen.“ Dass er Benjamin Hübner und Daniel Ladinig nach 27 Minuten auswechseln musste, tue ihm leid: „Ich hätte auch die anderen neun auswechseln können. Es ging darum, ein Zeichen zu setzen.“

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20.08.2012, 12:00 Uhr

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