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Lob für Zeitler von allen Seiten
Die Chancen, dass Jan Zeitler (links) am 27. November auf die selbe Rangstufe seines Kollegen, dem Horber OB Peter Rosenberger, steigen wird, stehen nicht schlecht. Archivbild: Kuball
Wahl in Überlingen

Lob für Zeitler von allen Seiten

Durch die Fraktionen des Horber Gemeinderats hinweg gab es Anerkennung für das Ergebnis des Bürgermeisters in Überlingen. Klar wird aber auch: Es wird schwer, wieder einen wie ihn zu finden.

08.11.2016
  • Benjamin Breitmaier und Gerd Braun

Der letzte Sonntag im November, Tag des Schicksals für die Rechte Hand von Oberbürgermeister Peter Rosenberger. Mit seinem bequemen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Klaus Kirchmann hat es Jan Zeitler mit 44,3 Prozentpunkten in die zweite Runde bei der Oberbürgermeisterwahl in Überlingen geschafft. Dass an einem Horber Rathausschreibtisch bald ein prominenter Platz frei wird, liegt also durchaus im Bereich des Möglichen.

Bis zur Beantwortung der Frage, wer sich im Falle eines Zeitler-Gewinns in Überlingen, demnächst hinter das Lenkrad des schwarzen VWs mit dem Kennzeichen „HOR B 2“ setzen darf, ist der Weg noch weit. Im Falle eines Wahlsiegs bezieht Zeitler den Überlinger Chefsessel erst am 2. Februar 2017. Das heißt wiederum: Horb hat noch etwas Zeit, einen kompetenten Nachfolger zu finden.

Der erste Beigeordnete – in Baden-Württemberg auch Bürgermeister genannt – wird laut Gemeindeordnung vom Gemeinderat auf acht Jahre gewählt. Im Jahr 2009 unterlag der heutige FD/FW-Stadtrat Daniel Wochner dem Jan Zeitler mit elf Stimmen Unterschied. 15 Kandidaten hatten sich damals beworben. Aus den Reihen des Gemeinderats warfen damals Daniel Wochner und Michael Laschinger ihren Hut in den Ring.

Für die eventuell kommende Wahl dürfte das Prozedere ähnlich wie 2009 ablaufen. Nach dem 27. November würde damit die Stelle zeitnah ausgeschrieben werden. Eine Kommission würde gebildet, für die alle Fraktionen und Wählergemeinschaften des Gemeinderats Räte abstellen, die eine Vorauswahl unter den Kandidaten treffen. Dann würde ein Termin festgelegt, wann die Wahl im Gemeinderat abgehalten würde.

Die Voraussetzungen, Beigeordneter in Baden-Württemberg zu werden, regelt der Paragraf 50 in der Gemeindeordnung des Landes. Danach kann Beigeordneter werden, „wer am Tag der Wahl das 68. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.“ Weitere Einschränkungen sind dort nicht festgeschrieben.

Fraktionen sind sich einig

Derweil erntet das respektable Abschneiden von Jan Zeitler in Überlingen quer durch die Fraktionen des Horber Gemeinderates großen Zuspruch. „Wir sind mit Herrn Zeitler immer gut ausgekommen, und die tägliche Zusammenarbeit ist sehr gut“, sagt Gerhard Munding, Vorsitzender der CDU-Fraktion, der Zeitler im Namen seiner Fraktionskollegen zum guten Ergebnis beglückwünscht. Von daher bliebe auch ein weinendes Auge, müsste man den Bürgermeister zum 1. Februar verabschieden. Über eine Nachfolge mache man sich indes zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Gedanken. „Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist“, sagt Munding; man müsse erst abwarten, ob Zeitler die Wahl am 27. November für sich entscheidet.

Dass es ein so beachtlich gutes Ergebnis für Jan Zeitler wird, hatte Dr. Alfred Seifritz, der Vorsitzende der FD/FW-Fraktion, nicht unbedingt erwartet. „Das ist ein super Ergebnis“, sagt Seifritz, der davon überzeugt ist, dass Zeitler – sollte er die OB-Wahl im zweiten Wahlgang gewinnen – in Horb eine Lücke reißen wird. Seine Fraktion jedenfalls habe immer gut mit ihm zusammengearbeitet. Eine Nachfolge betreffend, rechnet der FD/FW-Politiker mit grundsätzlichen und durchaus lebhaften Diskussionen, wie man sie schon im Gemeinderat erlebt hat: Nämlich, ob man die Stelle denn wieder besetzen wolle, beziehungsweise müsse. Positionieren wollte sich Seifritz in dieser
Frage und zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht.

Auch Thomas Mattes, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Horber Gemeinderat, rechnet mit solchen Grundsatzdiskussionen. „Das ist eine Frage, die der Gemeinderat klären muss“, sagt Mattes, für den es hier ebenfalls noch viel zu früh ist, hier irgendwelche Positionen zu beziehen. Grundsätzlich freut ihn der Wahlerfolg für seinen Parteikollegen Jan Zeitler, der für Mattes ganz offensichtlich einen sehr guten Wahlkampf geführt und dabei mit seiner Fachkompetenz und seiner Persönlichkeit gepunktet habe.

Dass Zeitler nur ein paar Prozentpunkte zum direkten Wahlsieg gefehlt haben, hat Mattes positiv überrascht, und klar ist für ihn, dass der Horber im zweiten Wahlgang am 27. November der Top-Favorit ist. Natürlich würde man den Abschied von Jan Zeitler auch in der SPD-Fraktion sehr bedauern: „Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass er uns nicht erhalten bleibt“, sagt Mattes, für den klar gewesen sei, „dass Jan Zeitler OB kann.“ Im vorgreifenden Rückblick jedenfalls habe sich mit diesem Wahlausgang und natürlich auch mit der Arbeit Zeitlers gezeigt, dass man im Horber Gemeinderat vor sechs Jahren den „den Besten gewählt hat, der zur Wahl gestanden ist“.

„Ich freue mich für ihn, dass er so einen Erfolg hatte“, sagt auch Markus Pagel, der Fraktionschef der Horber OGL. Er hatte in der Folge von Gesprächen durchaus erwartet, dass Jan Zeitler gut abscheiden würde – so gut aber hätte auch er nicht gedacht. Pagel wünscht Zeitler, dass er auch im zweiten Wahlgang einen solchen Erfolg hat. Seine Leistungen in Horb seien vielfältig und unbestritten, und auch von daher würde es im Falle eines Wahlsieges der Abschied nicht leichtfallen. Pagel: „Für Jan Zeitler einen würdigen Nachfolger zu finden, ist sicher nicht so einfach.“

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08.11.2016, 01:00 Uhr

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