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Syrien

Luftangriff auf eine Schule

22 Schüler und 6 Lehrer sterben – Suche nach Verantwortlichen

28.10.2016
  • DPA

Damaskus. Russland hat jede Verantwortung für den Luftangriff auf eine Schule im Nordwesten Syriens mit mindestens 35 Toten zurückgewiesen. Bei der Bombardierung kamen 22 Schüler und 6 Lehrer ums Leben, wie der Direktor des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Anthony Lake, sagte. Es sei möglicherweise die tödlichste Attacke auf eine Schule seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren. Syriens Opposition beschuldigte das Regime und seinen Verbündeten Russland, für den Angriff verantwortlich zu sein. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte hingegen: „Wir haben nichts zu tun mit dieser furchtbaren Attacke.“ Der Vorfall müsse von internationalen Organisationen untersucht werden.

„Dies ist eine Tragödie“, erklärte Unicef-Direktor Lake. „Es ist ein Skandal. Und, wenn vorsätzlich, ein Kriegsverbrechen.“ Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte trafen sechs Luftschläge Ziele in dem Ort Haas in der Provinz Idlib. Diese wird von Rebellen kontrolliert, darunter auch radikal-islamische Gruppen.

Die Menschenrechtsbeobachter erklärten, wahrscheinlich seien russische Flugzeuge für die Bombardierung verantwortlich. Es gebe zudem zahlreiche Verletzte und auch Vermisste. Der Sprecher der Rettungshelfer Weißhelme, Abdel Rahman al-Hassan, sprach von zwei Angriffen. „Der erste traf die Schule. Der zweite erfolgte, als die Lehrer die Schüler herausbrachten.“

Die Provinz Idlib war zuletzt immer wieder Ziel von Bombardierungen der russischen und der syrischen Luftwaffe. Die US-geführte internationale Koalition fliegt ihre Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fast ausschließlich in anderen Regionen des Landes. In Idlib sind die Al-Kaida-nahe Rebellengruppe Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra-Front) und die radikalislamische Miliz Ahrar al-Scham sehr stark.

Die Uno befürchten eine weitere Eskalation der humanitären Lage in den kommenden Monaten. „Der Krieg wird immer schlimmer, immer rücksichtsloser“, sagte UN-Koordinator für Nothilfe in dem Bürgerkriegsland, Jan Egeland. Der bevorstehende Winter bereite den Helfern große Sorgen. dpa

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28.10.2016, 06:00 Uhr

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