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Schlichtung oder Eskalation

Lufthansa-Streik steht auf der Kippe

Die Lufthansa muss mit ihren Beschäftigten Lösungen für die offenen Tariffragen finden. Weil das bislang nicht gelungen ist, steckt die Airline im Dauerstreik fest. Eine Schlichtung ist aber greifbar nahe.

11.11.2015
  • ROLF OBERTREIS UND DPA

Frankfurt Eine erneute Schlichtung über alle derzeit offenen Themen soll den Streit zwischen Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft beenden und weitere Streiks erst einmal ausschließen. Bis gestern Abend freilich zögerte Ufo-Chef Nicoley Baublies noch mit der Zustimmung zur Schlichtung, zu der sich Lufthansa ohne Vorbedingung bereiterklärt hatte.

Baublies selbst hatte dem Vorstand die Schlichtung angeboten, falls Lufthansa keine Vorbedingungen stelle. Den eigentlich noch bis Mitternacht am Freitag geplanten verschärften Ausstand der rund 19 000 Flugbegleiter wollte der Ufo-Chef dann sofort absagen.

Darauf ging der Vorstand der Airline nur wenige Minuten später ein. "Lufthansa ist ohne Vorbedingungen zu einer Schlichtung mit der Kabinengewerkschaft Ufo zu allen offenen Kabinen-Tarifverträgen der Lufthansa-Passage bereit." Über Details und über einen oder mehrere mögliche Schlichter wollten beide Parteien noch gestern beraten.

Im Sommer war eine erste Schlichtung allerdings gescheitert. Die ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin und der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete und Finanzexperte Friedrich Merz hatten lediglich an beide Seiten appelliert, die Verhandlungen zur Reform der Übergangs- und Altersvorsorge sofort wieder aufzunehmen. Ufo-Chef Baublies hatte damals gesagt, dass Lufthansa den Prozess sprenge, weil sich das Unternehmen nicht an frühere Vereinbarungen halte.

Zuvor hatte sich der Ton zwischen beiden Seiten weiter deutlich verschärft. Zunächst lehnte Ufo ein am Montagabend vorgelegtes angeblich verbessertes Angebot der Airline zur Beilegung des seit Freitag andauernden größten Streiks in der Lufthansa-Geschichte ab, weil es sogar hinter frühere Offerten zurückfalle. Am Dienstagfrüh rief die Lufthansa die Arbeitsgerichte in Düsseldorf und Darmstadt an. Das Arbeitsgericht in Düsseldorf gab dem Antrag der Fluggesellschaft auf eine einstweilige Verfügung statt und untersagte für Dienstag weitere Streikmaßnahmen am Standort Düsseldorf. Die einstweilige Verfügung bezieht sich nicht auf die kommenden Tage.

Im September hatte das Landesarbeitsgericht in Frankfurt den damals geplanten Streik der Lufthansa-Piloten mit der Begründung untersagt, die Vereinigung Cockpit (VC) wolle damit zu stark auf unternehmerische Entscheidungen der Lufthansa Einfluss nehmen. Dagegen hat die Pilotengewerkschaft, wie sie am gestrigen Dienstag mitteilte, bereits Ende Oktober Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht und Grundrechtsklage beim Hessischen Gerichtshof eingereicht.

Die derzeit laufenden Verhandlungen mit Lufthansa über die Übergangsversorgung der Piloten hätten bislang keine substantielle Annäherung gebracht, betonte ein VC-Sprecher.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr betonte gestern nach einem Branchengespräch mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin, dass das jüngste Angebot der Lufthansa weiter Bestand habe. Ihm sei eine Lösung am Verhandlungstisch lieber als vor Gericht. Ufo-Chef Baublies hatte das Angebot allerdings zuvor als nicht neu und sogar noch schlechter als die Offerte davor bezeichnet. Lufthansa sage erneut die Unwahrheit.

Lufthansa-Streik steht auf der Kippe
Eine als alte Frau mit Stock verkleidete Stewardess überquert bei einer Kundgebung von Lufthansa-Flugbegleitern einen Zebrastreifen. Foto: dpa

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11.11.2015, 12:00 Uhr

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