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Lufthansa macht neues Angebot
Auch bei Lufthansa schwindet die Streiklust. Foto: dpa
Tarifstreit

Lufthansa macht neues Angebot

Beim Bodenpersonal der Fluglinie regt sich offener Widerstand gegen die Dauerstreiks der Piloten.

01.12.2016
  • DPA

Frankfurt. Die Stimmung ist so frostig wie die Temperaturen an diesem sonnigen Novembermorgen. Im Minus-Bereich. Rund 400 Lufthansa-Beschäftigte aus der Verwaltung und vom Check-In haben sich gegenüber der Lufthansa-Zentrale am vierspurigen Airportring aufgestellt, erwarten die Piloten, die sich 300 Meter östlich sammeln. Als vier smarte, braungebrannte Piloten in Uniform an den „einfachen“ Lufthanseaten vorbeilaufen ernten sie laute Buhrufe.

„Die Piloten haben nur ihre eigene Position im Blick“, wettert Cornelia Straub, Arbeitnehmervertreterin für die Boden-Mitarbeiter. Nicht nur sie spricht von „Partikular-Interessen“ der rund 5400 Flugzeugführer unter den 120 000 Lufthansa-Beschäftigten. Mit geplanten Gehaltsaufschlägen von 2000 bis 3000 EUR im Monat wollten die Piloten schon einen „sehr kräftigten Schluck aus der Pulle“ nehmen, sagt Betriebsrat Ruediger Fell. „Das muss finanziert werden, die Kollegen haben Angst um ihren Arbeitsplatz“. Trotzdem wolle man den Piloten die Hand reichen.

Zwar räumen viele Piloten ein, dass sie gut entlohnt werden. Auf Transparenten prangern sie vor allem an, dass der Konzern Milliarden verdient, „Heuschrecken“ die Gewinne kassieren würden und die Gehälter der Vorstände massiv gestiegen seien, während bei ihnen nichts passiert sei. Dass sie jedes Jahr außerhalb des Tarifvertrages automatisch 3 Prozent mehr bekommen – kein Wort davon. Vor der Lufthansa-Zentrale hält Schulz dem Vorstand vor, er sei gar nicht an einer Einigung interessiert.

Mit einem Mal tut sich trotz der Kälte eine Perspektive auf. Hohmeister unterbreitet den Piloten ein neues Angebot: 4,4 Prozent mehr für zwei Jahre und eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern – ohne Bedingung. Für jeden der 5400 Piloten macht das im Schnitt einmalig allein 20 000 EUR.„Wir werden das prüfen“, sagt der Tarifvorstand der Vereinigung Cockpit Jörg Handwerg. Und lässt indirekt erkennen, dass man wieder an einem Tisch sitzen könnte. Rolf Obertreis

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01.12.2016, 06:00 Uhr

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